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"Regenbogen Calsilica" - ein buntes Gestein aus Menschenhand - 5.0 out of 5 based on 1 vote

 

künstliches Produkt "Regenbogen Calsilica"

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Im Jahr 2002 tauchte auf deutschen und französischen Mineralienbörsen erstmals ein buntes Gestein auf, das unter dem Handelsnamen "Regenbogen Calsilica" vertrieben wird. Dieses Gestein zeichnet sich durch auffällige, intensiv blaue, braune, weiße, grüne und braune Schichten aus.

Amerikanischen und deutschen Untersuchungen zufolge soll dieses Material aus mikrokristallinen Calcitlagen bestehen, die ihre bunten Farben durch das Tonmineral Allophan erhalten. Es wurde vermutet, dass es als Rissfüllung in einem vulkanischen Gestein (Rhyolith) entstanden ist und folglich wurde ihm eine natürliche Entstehung zugeschrieben.

Neuere Untersuchungen des Institut für Edelsteinprüfung (EPI) kommen jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis. Allophan ist ein typisches Mineral von sauren Böden, welches bisher noch nie in festem Gestein nachgewiesen werden konnte, da es sich unter gesteinbildenden Prozessen sofort zersetzt. Mittels einer Röntgendiffraktionsanalyse (XRD) konnte in den blauen, gelben und grünen Bändern nur Calcit nachgewiesen werden. Da Allophan aber röntgenamorph ist, waren zusätzliche Analyseverfahren erforderlich, um die farbgebenden Substanzen explizit nachzuweisen.

"Power- Magnete": ein künstliches Industrieprodukt - 4.0 out of 5 based on 1 vote

 

künstliches Produkt "Power- Magnete"

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

 Metallisch glänzend, glatt poliert und so stark magnetisch, dass Scheckkarten einfach gelöscht werden können, so präsentierte sich im Jahr 2003 ein neues Produkt unter dem Namen "Power Magnet". Kinder haben Spaß an den ovalen Magneten gefunden, indem sie sie paarweise in die Luft werfen, wodurch ein prägnantes zirpendes Geräusch entsteht. Doch aus was besteht dieses hochmagnetische Material eigentlich?

Von den Anbietern sind Vermutungen zu hören, dass es sich wohl um gesinterten, Neodym dotierten Hämatit handelt. Eine Röntgendiffraktionsanalyse (RDA) an einem Pulverpräparat erbrachte jedoch ein anderes Ergebnis: Powermagnete bestehen aus fast reinem Strontium-Ferrit, eventuell vermischt mit etwas Barium-Ferrit.

Hämatit oder ein anderes natürliches Mineral wurden nicht gefunden. Bei den "Power-Magneten handelt sich demnach um ein künstliches Sinterprodukt, das in vielen Industriegütern, in denen Permanentmagnete gebraucht werden, Verwendung findet. Die korrekte Bezeichnung lautet: "Power-Magnet (künstliches Produkt)".

 

Smithsonit-Imitationen - 4.0 out of 5 based on 1 vote

 

Calcit alias "Smithsonit"

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Das Zinkcarbonat Smithsonit ist nur selten auf Mineralienbörsen zu finden. Im Jahr 2002 wurden jedoch größere Mengen dieses Minerals (meist mit der Herkunftsangabe: China) angeboten. Die hellblauen oder blaugrünen Rohstücke oder Trommelsteine bestanden jedoch meist aus den Calciumcarbonaten Calcit und Aragonit. Die Bezeichnung »Smithsonit« für dieses Material ist demnach irreführend.

Röntgenspektroskopische Untersuchungen des EPI-Instituts ergaben einen maximalen Zinkgehalt von 0,9 Gew%. Dieser geringe Zink-Gehalt ist wahrscheinlich für die blau-grüne Farbe verantwortlich, macht das Mineral aber keineswegs zu einem Smithsonit, der mindestens 20 Gew.-% Zn enthalten muss, um diesen Namen zurecht zu tragen.

Wegen der großen Menge an imitierten Material am Markt ist es dringend anzuraten, vor dem Kauf von Smithsonit die Echtheit des Materials überprüfen zu lassen.

 

Hydrofluorit alias "Lavendeljade" - 3.0 out of 5 based on 1 vote

 

Hydrofluorit alias "Lavendeljade"

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Schon 1998 kam ein violetter, durchscheinender Trommelstein unter dem Namen "Lavendel-Jade" in unser Labor, der sich sich bei der gemmologischen Prüfung als Hydrofluorit entpuppte. Im Unterschied zu der gängigen Lavendeljade aus der Türkei, ist Hydrofluorit relativ weich, durchscheinend und faserig bis strahlig aufgebaut.

Wir empfehlen vor dem Kauf von violetter Jade unbedingt eine gemmologische Überprüfung der Identität.

 

"GE POL" Diamanten - Ein Überblick - 4.0 out of 5 based on 1 vote

 

An anderer Stelle auf dieser Seite berichten wir über den Zachery Prozess, einer Hochdruck-Hochtemperatur (HPHT) Behandlungsmethode von Türkis, durch die seine Farbe deutlich verbessert wird.

Auch bei Diamanten gibt es schon seit geraumer Zeit Versuche, mittels HPHT-Technologie die Farbe zu beeinflussen. Im Frühjahr 1999 verkündete die General Electric Company (GE), sie hätte ein HPHT-Verfahren entwickelt, um Diamanten zu entfärben. Den Vertrieb übernahm die Antwerpener Firma Pegasus Overseas Limited (POL), weshalb diese eigenschaftsveränderten Steine den Namen "GE POL" Diamanten erhielten. Details der Behandlungsmethode wurden noch nicht bekannt und werden laut General Electric auch weiterhin geheim gehalten.

Die HPHT-Methode macht aus ursprünglich braunen oder bräunlichen, natürlichen Diamanten, farblose Steine. Aber nicht alle Diamanten lassen sich mit diesem Verfahren entfärben. Nur stickstofffreie oder extrem stickstoffarme Diamanten (Typ IIa) verlieren die Farbe und die machen nur ca. 1% der Diamantenproduktion aus. Darüber hinaus können nur besonders reine Steine verarbeitet werden.

Schon kleine Einschlüsse führen bei dem erforderlichen hohen Druck von über 50kb und der hohe Temperatur von über 1800°C zu Spannungsrissen, die den Wert des Steines mindern oder ihn sogar zerstören können.Die Bestimmung dieser Behandlungsmethode war zunächst problematisch. Mit gemmologischen Standardmethoden gibt es zwar Hinweise aber keine eindeutigen Beweise zu ihrer Identifizierung. Auf Vermittlung des GIA (Gemological Institute of America) werden deshalb seit Mitte 1999 alle von General Electric behandelten Steine auf der Rondiste mit der Laserinschrift "GE POL" gekennzeichnet und dann vom GIA graduiert.

Allerdings wurde bereits von Dritten versucht, die Laserkennzeichnung durch Nachpolieren zu entfernen, so dass man sich nicht hundertprozentig auf diese Art der Kennzeichnung verlassen kann.

Ausgiebige weltweite Forschungen haben inzwischen verlässlichere Methoden gefunden, um einen GE POL Diamanten eindeutig zu identifizieren. Mit UV/VIS- und IR-Spektrometern lässt sich ein erhöhter Stickstoffgehalt nachweisen, der in vergleichbaren natürlichen Diamanten des Typs IIa nicht vorkommt.  Ramanlaser- und Thermolumineszensanalysen liefern zusätzliche Unterscheidungskriterien.

Dadurch wurden in jüngerer Zeit farblose HPHT behandelte Diamanten aus russischer Produktion entdeckt. Seit wie vielen Jahren diese russischen Steine bereits auf dem Markt sind und ob es noch weitere Hersteller gibt, ist völlig unbekannt.

 

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