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Alexandrit-Imitationen - 4.7 out of 5 based on 94 votes

 

Chrysoberyll, Varietät Alexandrit

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Alexandrit, eine Farbvarietät des Minerals Chysoberyll, wurde erstmals 1830 am Flüßchen Takowaya im südlichen Ural in Russland entdeckt. Fortan kamen die farbintensivsten Qualitäten dieses Edelsteins über 150 Jahre lang von dieser Fundstelle. Erst 1987 wurden neue, große Vorkommen in Hematita (Brasilien) entdeckt, die heute über 80% des Weltmarktes mit feinen Alexandriten versorgen. Wirtschaftlich weniger bedeutende Vorkommen liegen in Sri Lanka, Myanmar (Burma), Tasmanien und Simbabwe.

Die besondere Eigenschaft von Alexandrit ist seine Fähigkeit, die Farbe bei Kunstlicht zu ändern. Im Tageslicht erscheint er immer in grünen, bläulich grünen oder graugrünen Farben.

Synthetischer Saphir ist bereits im Tageslicht rot- bis blauviolet

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Unter Kunstlicht mit starkem Gelbanteil (z.B. Kerzenlicht) nimmt er eine blutrote bis rotviolette Färbung an. Verantwortlich für dieses Phänomen ist das Element Chrom, das neben Eisen und Titan als Spurenelement enthalten ist.

Feiner Alexandrit, vor allem in den Größen von mehr als einem Karat, gehört zu den wertvollsten Edelsteinen überhaupt. Sein Wert hängt in erster Linie von der Tiefe des Farbwechsels ab. Ein wirklich feiner Alexandrit sollte bei Tageslicht ein lebhaftes Grün zeigen und im Kunstlicht zu Purpurrot bis Purpur-Violett ohne störendes Braun wechseln.

Glasimitation für Larimar - 4.9 out of 5 based on 148 votes

 

Larimar in seiner schönsten Form

Foto: Jens Maier, Fa. Conlight

Die blaue Varietät des Minerals Pektolith (NaCa2[OH/Si3O8]) wurde 1974 an der Südwestküste der Dominikanischen Republik bei Baoruco entdeckt. Miguel Mendez, ein einheimischer Sachverständigen für kunsthandwerkliche Erzeugnisse, kreierte die Handelsbezeichnung "Larimar" auf Grund der meerblauen Farbe (’mar’ span. = Meer) und zu Ehren seiner Tochter Larissa. Als die Fundstellen des Larimars entlang der Küste erschöpft waren, setzte Mendez die Prospektion in den küstennahen Bergen fort. In rund 7 km Entfernung von der Küste entdeckte er ein kleines primäres Vorkommen - bisher das einzig bekannte von blauem Pektolith auf der Erde.

Schlangenhaut-Achat, Feuerachat und Feuerkarneol - 5.0 out of 5 based on 22 votes

 

Die Handels-Bezeichnung "Schlangenhaut-Achat" wird seit vielen Jahren für einen hellbeigen Chalcedon benutzt, der eine charakteristische Zeichnung von weißen Linien trägt (Abb. 1).

Abb. 1: Schlangenhaut-Achat, natur

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

2005 tauchte dann plötzlich ganz ähnlich aussehendes Material in leuchtendem Orange auf, das von chinesischen Händlern zunächst als "Feuerachat" angeboten wurde. Diese Bezeichnung ist jedoch absolut falsch und irreführend.

Echter Feuerachat ist ein brauner, oft nierenförmig gewachsener Chalcedon, der durch farbenfroh irisierende Bereiche auffällt, in denen sich das Licht an dünnen Eisenoxid-Häutchen bricht (Abb.2).

Abb. 2: Feuerachat, natur

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Die einstige Vorstellung, dass es sich um einen Achat mit dünnen Opalschichten handeln könnte, ist längst widerlegt (Gübelin, 1979, Lapis 4/12).

Die Vorkommen von  Feuerachat liegen in Mexiko und den USA, wo er auf natürliche Weise in Hohlräumen vulkanischer Gesteine in Form von Stalaktiten oder knolligen Gebilden auftritt. Im Gegensatz dazu ist der orangefarbige Schlangenhaut-Achat ein Produkt menschlicher Färbe- und Brennkunst.

"Bergkristall"-Klangschalen - Ein Fake aus der Welt der Esoterik - 4.8 out of 5 based on 156 votes

 

künstliches Produkt Glas

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Klangschalen sind in der fernöstlichen Meditationspraxis weit verbreitet. Üblicherweise bestehen Sie aus Metalllegierungen, die durch geschickte Bearbeitung ein beachtlich breites Klangspektrum erzeugen können.

Dem Institut für Edelsteinprüfung (EPI) wurden zwei ungewöhnliche Klangschalen zur gemmologischen Untersuchung vorgelegt. Der Importeur gab an, dass das Material nach einem aufwändigen Verfahren aus "gereinigtem Bergkristall" hergestellt wird. Da ähnliche Beschreibungen schon des Öfteren für synthetischen Quarz oder Quarzglas verwandt worden sind, wurden beide Schalen mit einer Röntgendiffraktionsanalyse (RDA) auf Bergkristall oder andere kristallisierte Produkte hin untersucht.

Die Analyse ergab eine Kurve, die typisch für den diffusen Reflex eines Quarzglases ist. Reste von kristallinem Quarz (Bergkristall) wurden in der Probe nicht gefunden.

Die Klangschalen sind demnach als Quarzglas (!) anzusprechen. Da der zur Herstellung benutzte Quarz-Sand komplett aufgeschmolzen ist,  darf er in der Produkt-Bezeichnung nicht als »Bergkristall« tituliert werden. Die Namensgebung »Bergkristall-Klangschale« ist in diesem Falle irreführend.

Zuverlässigen Quellen zufolge könnten die Glasbehälter der untere Teil von Reaktionsgefäßen sein, wie sie unter Anderem auch bei speziellen Verfahren der Kristallzüchtung benutzt werden.

 

POLYBERN - ein alter Bekannter in neuem Gewand - 5.0 out of 5 based on 49 votes

 

Seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist eine Bernstein-Imitation auf den Markt, die durch Einbetten echter Bernsteinstückchen in ein transparentes Polyesterharz hergestellt wird. Diese Nachahmung trägt den Namen "Polybern". Er leitet sich aus der Zusammenziehung der Kürzel "poly" für Polyester und "bern" für Bernstein ab. Lange Zeit war diese Kombination von Natur- und Kunstharz kaum noch am Markt zu finden, doch nun wird sie in leicht veränderter Form wieder angeboten. In den aktuellen Produkten sind braune, transparente Bernsteinstückchen in undurchsichtiges, weißes Kunstharz eingebettet.

Mit Hilfe einer Lupe sind in der weißen Kunststoffmasse kleine runde Hohlräume zu beobachten, die durch Entgasungsprozesse während der Trocknung hervorgerufen werden. Beim kräftigen Reiben über eine unglasierte Keramikplatte (z.B. über eine Strichtafel wie sie Mineraluntersuchungen gebräuchlich ist) fällt ein unangenehmer Plastikgeruch auf.

Ähnliche Imitationen gibt es auch in der Kombination von braunem, gemeinem Opal oder sogar echtem Feueropal mit weißem Kunstharz. Auch hier ist das Kunstharz an seinen Entgasungsporen und seiner unangenehmen Geruchsentwicklung unter der Einwirkung von (Reibungs-) Hitze zu erkennen.
Nach den aktuellen CIBJO-Bestimmungen dürfen solche zusammengesetzten Steine nicht als "Echt Bernstein" oder einfach nur "Opal" angeboten werden, sondern müssen als Bernstein- bzw. Opal-Imitation deklariert werden.

 

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