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Schungit (Kohlegestein, Steinkohle) - wo sind nur die Fullerene? - 4.9 out of 5 based on 115 votes

Schungit ist ein - nach heutigen Erkenntnissen - aus Algenschlamm entstandenes Kohlegestein, dessen wichtigste Fundstelle bei Shun’ga in Karelien, Russland liegt (daher der engl. Name »Shungit«). Da von russischen Geologen sowohl das kohleführende Gestein (ein ca. 2 Milliarden Jahre alter metamorpher Ölschiefer aus dem Präkambrium) als auch die (fast) reine, amorphe Steinkohle aus diesem Gebiet mit demselben Begriff »Shungit« bezeichnet werden, ist auch beides unter diesem Namen im Handel.

Eine hochglänzende, aus über 90% Kohlenstoff bestehende Variante dieser Steinkohle trägt den Handelsnamen "Edel-Schungit". Der Begriff "Edel", angewandt auf ein Stück Steinkohle, ist jedoch äußerst fragwürdig. Keine einzige der im Edelsteinhandel gebräuchlichen Kriterien für einen "edlen" Stein treffen auf dieses Kohlegestein zu. Es ist weder besonders hart, noch zeigt es eine besondere Farbe oder Transparenz. Und das Merkmal "starker Glanz" besitzen viele Steinkohlen aus aller Welt.

Qualitätseinteilung bei Schungit-Kohle:

 

Kategorie 1: "Edel-Schungit"

enthält 70 - 98% Kohlenstoff
Schwarz mit metallisch-silbrigem Glanz
Nach Martino (2013) umfasst diese seltene Schungit-Qualität, nur etwa 1% des gesamten Schungit-Vorkommens. Sie tritt in sehr feinen Adern (maximale Breite: 40 cm) auf und ist an den muschelförmigen Absplitterungen leicht erkennbar. Bei den ockerfarbenen Einschlüssen handelt es sich um Jarosit, ein Eisensulfat, das durch Oxidation aus Pyrit entsteht.

Kat. 2: "Schungit-Schiefer"

enthält 50 - 70% Kohlenstoff
Dunkelgrau bis Schwarz mit mattem Glanz.
Diese Kategorie des Schungits, wird häufig zur Herstellung von Kunstobjekten genutzt, denn im Gegensatz zum Schungit der Kategorie 1 kann der Schungit-Schiefer leicht bearbeitet und auf Hochglanz poliert werden (Martino, 2013).

 

Kat. 3: "Schungit-Tonschiefer"

enthält 10 - 50% Kohlenstoff
Dunkelgrau bis bräunlich Grau ohne Glanz
Mineralogisch ein kohlenstoffhaltiger Tonschiefer, vergleichbar mit den Ölschiefern Kanadas und den USA. Deshalb ist dieses Gestein im Vergleich zu Schungit der Kategorie 1 deutlich härter und schwerer. In Schungit dieser Qualität wurden Fullerene nachgewiesen (Reznikov et al. 2000).

 

 

 

Aufgrund der tiefschwarzen Farbe werden große Mengen Schungit für industrielle Zwecke (Farbpigmente, Füllmaterial in Autoreifen, billigem Ersatzmaterial für Kohlefilter etc.) verarbeitet. Die reine Steinkohle ("Edel-Schungit") besitzt eine Dichte von 1,5 - 1,8 und ist meist matt, mitunter auch metallisch bis pechähnlich glänzend. Der kohleführende Schungit-Schiefer hat - je nach dem Verhältnis der kohligen und tonigen Anteile - eine Dichte zwischen 1,8 und 2,4.

Budstone (Grünschiefer) - 5.0 out of 5 based on 137 votes

 

Budstone (Grünschiefer), Südafrika

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Die inhomogene Beschaffenheit eines grünen Gesteins, das als Prasem mit Herkunft Südafrika vermarktet wird, ließ Zweifel an der Identität aufkommen. Die durchgeführten Röntgen (EDX)- und Raman-Analysen an verschiedenen Proben zeigten, dass es sich um ein Gestein mit komplexer und inhomogener mineralogischer Zusammensetzung handelt.

Analytische Untersuchungen

Die Röntgendiffraktionsanalyse (EDX) einer Probe mit besonders harten, dunkelgrünen bis schwarzen Einschlüssen zeigte neben Rutil und Chrom-Glimmer (Fuchsit) zu unserer Überraschung das seltene Mineral Eskolait. Eskolait kommt weltweit nur an 11 Fundorten (u.a. in Brasilien, USA, Russland, Indien und Finnland) vor. Seine Härte liegt bei 8½, also zwischen Spinell und Korund. Sein Begleitmineral Fuchsit hingegen hat die Härte 2½ - das führt zu großen Härteunterschiede innerhalb des Gesteins.

In einer anderen Probe fanden wir weitere Minerale wie Plagioklas-Feldspat, das Verwitterungsprodukt Kaolinit und in geringen Anteilen Klinochlor. Diese Befunde konnten durch Ramanlaser-Analysen bestätigt werden. Die Mineralparagenese spricht für ein metamorphes Gestein, dessen grüne Farbe durch Schichtsilikate (Fuchsit, Klinochlor) verursacht wird. Solche Gesteine werden in der Geologie als Grünschiefer bezeichnet.

Tsesit® (Goethit-Konkretion) - 4.9 out of 5 based on 164 votes

 

Goethit-Konkretion, Namibia

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Namensgebend für diese knolligen bis rundlich flachen Steine ist die Ortschaft Tses in der Nähe des Fundorts, 180 km südlich der Hauptstadt Windhuk in Namibia. Tsesit® besitzt eine harte und glänzende Oberfläche, die als "Wüstenlack" bezeichnet wird. Wüstenlack ist ein dunkler, lack- bis firnisartiger Überzug aus Eisen- und Manganoxiden, der alle Arten von Gesteine überzieht, die den extremen Hitze- und Feuchtigkeitsbedingen von Wüstengebieten ausgesetzt sind.

Mit Hilfe von Röntgendiffraktionsanalysen (RDA) konnte das EPI-Labor frühere Untersuchungen des Labors der Deutschen Stiftung Edelsteinforschung (DSEF) bestätigen und Tsesit® als nahezu vollständig aus dem Eisenerz Goethit bestehend identifizieren.

Entstehung (Genese)
Vorstellungen, dass die Goethit-Knollen zunächst im Verlauf einer fortschreitenden Diagenese aus verwittertem Markasit entstanden sind und dann durch einen Meteoriteneinschlag in einer Art Streufeld über viele qkm verteilt wurden, konnten nicht bestätigt werden. Gesteine, die der gewaltigen Schockwelle eines Meteoritenabsturzes ausgesetzt wurden, zeigen charakteristische Mikrorisse (Schockrisse), die in keiner der untersuchten Tsesit®knollen vorgefunden wurden. Auch die Möglichkeit, dass es sich um verwitterte Eisen-Nickel Meteorite handeln könnte, kommt nicht in Betracht, weil Tsesit® völlig nickelfrei ist.

Rhyolith (Handelsnamen: Llanite (engl.), Lliant, Llianit, Llanoith, Porphyrit, Que Sera Stein, Vulkanit) - 4.6 out of 5 based on 75 votes

 

Rhyolith, Madagaskar

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Ein rhyolithisches Gestein, das als "Llanite" (engl.), "Llanit" (dt.), "Llianit" oder "Llanoith", "Que Sera Stein" (span.) oder einfach als "Vulkanit" vermarktet wird, zeigt runde bis ovale Quarze, die in bläulichen Farbtönen schimmern. Der Überbegriff "Vulkanit" sagt zwar ganz richtig etwas über die Entstehungsweise aus ("vulkanischen Ursprungs"), aber nichts darüber, um was für ein Gestein es sich handelt (Vulkanite gibt es viele). Desweiteren kursiert noch die Bezeichnung "Porphyrit" - ein veralteter Begriff für Rhyolith. Die Name "Llanite" wurde nach einem seiner Fundorte im Llano County, Texas, USA vergeben. Alle anderen Namen sind frei erfundene Handelsnamen. Als Fundorte sind Brasilien, Madagaskar und die USA bekannt.

Der hier untersuchte Rhyolith stammt angeblich aus Madagaskar. Es handelt sich um einen schwach metamorph überprägten (Alkalifeldspat-) Rhyolith mit außergewöhnlich großen Einsprenglings-Kristallen. Bis zu 10 mm große Kalifeldspatkristalle und bis zu 5 mm große Quarz- und Plagioklaskristalle sind auch mit bloßem Auge gut erkennbar. Die Grundmasse ist gut kristallisiert und ohne Glasanteil. Sie besteht aus Quarz, sehr einschlussreichen Feldspäten und Glimmer.

Durch eine beginnende Metamorphose ist die ursprüngliche Grundmasse umkristallisiert und mit gröberen und orientiert eingelagerten Mineralen neu gebildet worden. Die größeren Feldspat- und Quarz-Einsprenglinge hingegen sind weitgehend erhalten geblieben. Dennoch hat der erhöhte Druck dazu geführt, dass der Quarz randlich korrodiert und plastisch deformiert wurde. Diese Deformation kann zu dem bläulichen Farbeindruck führen, der für die Quarze in diesem Gestein charakteristisch ist.

Beim "Llanite"-Rhyolith aus Texas werden fein verteilte Illmenit Einschlüsse für die blaue Farbe verantwortlich gemacht (Zolensky et al., 1988). In dem hier beschriebenen Rhyolith aus Madagaskar konnte jedoch kein Illmenit nachgewiesen werden.

 

 

 

Detaillierte Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Newsletter-Archiv.

 

Mariposit-Dolomit - 4.8 out of 5 based on 39 votes

 

Mariposit-Dolomit (Rohstein)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

»Mariposit-Dolomit« ist ein weißes Gestein mit grünen, schlierenartigen Einlagerungen, das an verschiedenen Stellen der Sierra Nevada, z.B. bei Coulterville im Landkreis Mariposa, in Kalifornien (USA) vorkommt. Nach diesem Landstrich wurde es von Silliman 1868 benannt. Es tritt dort in einer Kontaktzone von Tonschiefern und ultrabasischen Gesteinen auf. Das Gestein besteht aus Dolomit, Quarz und grünen Schichtsilikaten. Bei diesen Schichtsilikaten handelt es sich in einigen Fällen um nickelhaltigen Chlorit, meistens jedoch um Mariposit, einem chromhaltigen Muskovit-Glimmer.

Die Minerale der Glimmerfamilie werden nach ihrem Aussehen in Hellglimmer und Dunkelglimmer unterteilt. In der Gruppe der Hellglimmer nimmt vor allem der Muskovit eine dominante Stellung ein. Das in reinem Zustand farblose, transparente Mineral, erhält bei einer leicht veränderten Elementzusammensetzung Veränderungen in den physikalischen Eigenschaften (Biegsamkeit, Farbe). Solche Varietäten tragen eigene Namen wie »Fuchsit«, für einen chromreichen Glimmer, »Phengit« für einen SiO2 Glimmer und »Mariposit«, der reich an Crom und  SiO2 ist. Wegen seines Chrom und SiO2 Reichtums wird Mariposit manchmal auch als »chromhaltiger Phengit« bezeichnet.

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