deenfres

Thulit und Piemontit-Quarz aus Norwegen - 4.5 out of 5 based on 51 votes

 

Thulit, Norwegen

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Das bekannteste Vorkommen für die rosarote Zoisitvarietät Thulit liegt in Norwegen in der Gegend um Lom. Aus der gleichen Gegend kommt auch ein Piemontit-Quarz, der dem Thulit sehr ähnlich sieht und mit diesem leicht verwechselt werden kann.

Thulit und Piemontit sind Calcium-Aluminium-Silikate mit der chem. Formel Ca2Al3(SiO4)3(OH) (+ Mn, Fe). Sie kristallisieren jedoch in verschiedenen Kristallsystemen: zum einen als rhombischer Zoisit zum anderen als monokliner Klinozoisit. Beide Modifikationen können durch teilweisen Ersatz von Aluminium durch Mangan, schwach rötliche bis kräftig rosarote Farbvarietäten bilden, die dann Thulit (Mangan-Zoisit) bzw. Piemontit Mangan-Klinozoisit) heißen. Röntgenspektrometrische Untersuchungen des EPI-Instituts haben ergeben, dass es sich bei dem in Deutschland angebotenen Thulit aus Norwegen nur noch selten um reinen Thulit handelt, sondern fast immer um ein Gestein mit unterschiedlichen Anteilen an Thulit, Piemontit, Quarz, Muskovit-Glimmer, Tremolit und Calcit.

Piemontit-Quarzit, Norwegen

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

In einigen Proben, ging der Thulitgehalt sogar gegen Null und es war fast nur noch Piemontit nachweisbar. In den Piemontit dominierten Proben war der Quarzgehalt oft so hoch, dass die Bezeichnung "Piemontit-Quarz" angebracht ist. Auffällig ist, dass mit zunehmendem Piemontitgehalt auch der Gehalt an Muskovitglimmer ansteigt, wodurch es zu einem deutlichen Aventurisieren ("Glitzereffekt") kommen kann. Diesem Effekt ist es wohl zuzuschreiben, dass Piemontit-Muskovit-Quarz hin und wieder auch als "roter Aventurin-Quarz" angeboten wird.

 

Detailliertere Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Newsletter-Archiv.

 

»Tiffany Stone« (Fluorit-Opal-Jaspis) - 5.0 out of 5 based on 32 votes

 

Anthophyllit-Schiefer

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

"Fluorit Opal" im eigentlichen Sinne ist ein Opalith, der mit intensiv violettem Fluorit imprägniert ist. Bei diesen Qualitäten ist der Name "Fluorit-Opal" völlig richtig.

Wegen seiner starken Sprödigkeit kann dieses Material jedoch nicht als Trommelstein verarbeitet werden. Stattdessen wird ein mit Fluorit imprägniertes Gemenge aus Jaspis und Feinquarz verarbeitet, das an den gleichen Fundorten vorkommt. Durch den hohen Gehalt an Jaspis ist das Material weniger brüchig und härter als Opalith und deshalb für Trommelsteine geeignet. Hier ist der Name "Fluorit-Opal" jedoch irreführend, weil der Hauptanteil der Steine weder aus Fluorit noch Opal besteht, sondern aus Jaspis.

Bei Fluorit-Opal-Jaspis wie im nebenstehenden Bild bestehen die violetten Bereiche aus feinverteiltem Fluorit und die beigen bis braunen Bereiche aus Jaspis und Manganoxiden. Opal ist höchstens in Rissen oder als Imprägnation vorhanden.

Undurchsichtige, beigefarbene Trommelsteine mit ganz wenigen oder gar fehlenden violetten Anteilen bestehen überwiegend aus Jaspis und sollten auch als Jaspis bezeichnet werden und nicht als (Fluorit-) Opal.

Detailliertere Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Newsletter-Archiv.

 

»Ozeanchalcedon« - Ein Name mit Geschichte - 5.0 out of 5 based on 67 votes

 

Ozeanchalcedon trägt seinen Namen zu Recht. Er ist in Meeressedimenten entstanden und wurde an der Meeresküste abgebaut (Foto: J. Sahlmann)

Radialstrahlige Chalcedon-Aggregate können sich auch zu achatartigen Strukturen verbinden. (Foto: EPI-Archiv)

»Ozeanchalcedon« ist in Europa erst seit wenigen Jahren bekannt. Das oft auffällig bunte Gestein stammt von der Nordwestküste Madagaskars aus dem Mahajanga-Becken, welches in der Kreidezeit (vor 65 - 130 Mio. Jahren) noch ein flaches Meeresbecken war. Vor ca. 100 Mio. Jahren kam es zu einer tektonischen Hebung des Gebietes und zu vulkanischen Aktivitäten, in deren Verlauf quarzreiche, hydrothermale Flüssigkeiten in die Kalk- und Tonsedimente eindrangen und Schichten und Gänge von Chalcedon bildeten.

Die primären Vorkommen nahe der Küste sind inzwischen weitgehend abgebaut. Ersatzmaterial aus der weiteren Umgebung zeigt meist nicht die typischen Merkmale von Ozeanchalcedon, sondern hat mehr Anteile an Jaspis und Nebengestein.

Die Handelsnamen für diese Chalcedon Varietät haben sich in der Vergangenheit immer wieder geändert und wurden mit zunehmendem Kenntnisstand immer präziser.

Ursprünglich wurde das Material vom Produzenten als "Oceanjasper", also als "Ozeanjaspis" angeboten. Dieser Name ist im englischsprachigen Raum auch immer noch gebräuchlich. Da neue und unbekannte Steine nicht selten fälschlicherweise als "Jaspis" bezeichnet werden, hat sich ein großer deutscher Importeur das Material genauer angeschaut und erkannt, dass es sich höchstens partiell um Jaspis handeln könne. Deutlich waren hingegen achatartige Strukturen zu erkennen, weshalb er beschloss, das Material als "Ozeanachat" anzubieten. Diese Namensgebung beruhte also auf einer makroskopischen Inaugenscheinnahme des Materials.

Einige Zeit später wurde das Gestein von Dr. W. Lieber aus Heidelberg mit Hilfe von Gesteinsdünnschliffen mikroskopisch untersucht. Er fand heraus, dass es sich bei dem Material um Chalcedon handelt, der partiell in radialstrahligen, kugeligen Strukturen auskristallisiert ist. Da solche kugeligen Strukturen in der Mineralogie "Sphärolithe" genannt werden, bezeichnete er das Material als "sphärolithischen Chalcedon".

»Chrysanthemenstein« & »Blütenporphyr« - 4.9 out of 5 based on 148 votes

 

Chrysanthemenstein (oben) und Blütenporphyr (unten)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

In der langen Geschichte des Mineralienhandels kam es immer wieder vor, dass neu auf den Markt kommende Gesteinsarten eine Handelsbezeichnung erhielten, die bereits für ein anderes Gestein existierte. So auch bei einem fast schwarzen, bitumenreichen Kalkstein mit weißen Coelestinkristallen aus China, der 1996 zum ersten Mal auf den europäischen Mineralienbörsen als "Chrysanthemenstein" angeboten wurde (siehe Bild oben).

Die radialstrahlig angeordneten, blütenblätterförmigen Coelestin-Kristalle können tatsächlich an weiße Chrysanthemen erinnern, weshalb diese Bezeichnung durchaus treffend gewählt ist. Nur leider existierte sie bereits für ein Gestein mit großen, weißen Feldspäten, die in einer feinkörnigen, dunklen Grundmasse eingebettet sind (siehe Bild unten). Dieses Gestein gehört zur Familie der Porphyrite, genauer gesagt zu den Andesit-Porphyriten.

Porphyrite sind Vulkanite (in der Regel Rhyolithe) mit "porphyrischer" Struktur, dh. mit großen Kristallindividuen, die von einer feinkörnigen Grundmasse umgeben sind. Der im unteren Bild abgebildete Andesit-Porphyrit enthält große, weiße, mitunter durch Epidot und/oder Chlorit auch grünlich gefärbte Feldspäte (meist Oligoklas), die sich manchmal durchkreuzen, sodass sie wie Blüten aussehen. Umgeben sind sie von einer sehr feinkörnigen, dunklen Grundmasse aus Plagioklas (Andesin bis Oligoklas), Pyroxenen (Bronzit bis Hypersthen), Hornblende-Amphibolen und Biotit.

Im Steinmetzbereich ist der Andesit-Porphyrit schon lange als "Porfido Verde Antico" bekannt. Im Mineralienhandel hat sich in neuerer Zeit der Name "Blütenporphyr" etabliert, der sowohl die zum Teil blütenartige Ausbildung der Feldspäte als auch die porphyrische Struktur zum Ausdruck bringt. Um Verwechslungen zu vermeiden empfehlen wir, den Begriff Chrysanthemenstein nur noch für den dunklen Kalkstein mit Coelestin-Einsprenglingen zu verwenden, wohingegen der Andesit-Porphyrit als Blütenporphyr bezeichnet werden sollte.

 

Detailliertere Informationen zu diesen Gesteinen finden Sie in unserem Newsletter-Archiv.

 

Granat-Pyroxenit aus Åheim / Norwegen - 4.7 out of 5 based on 112 votes

 

Dieses bunte Gestein ist weder ein Eklogit noch ein Granat-Peridotit, sondern ein GRANAT-PYROXENIT (grün: Diopsid, gelb: Ensttit, rot: Pyrop-Granat)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Ein rot-grün geflecktes Gestein, aus dem Gebiet um Åheim / Westnorwegen, wird im Internet als "Granat-Peridotit" angeboten. Mit Hilfe von röntgenographischen Untersuchungen und Raman-Analysen an mehreren Proben, konnten jedoch neben rotem pyropreichem Granat ausschließlich Pyroxenminerale nachgewiesen werden. Die grünen Bereiche bestehen aus Chrom-Diopsid,  die gelblichen Bereiche aus Enstatit und Mg-Ferrosilit. Peridot war jedoch in keiner der Proben vorhanden. Die Bezeichnung "Peridotit" ist demnach nicht korrekt.

Anhand der Zusammensetzung aus Granat und verschiedenen Pyroxenmineralen, lässt sich dieses Gestein am besten als Granat-Pyroxenit definieren. Pyroxenite sind magmatische Gesteine, die aus mehr als 50% Pyroxen bestehen. Es handelt sich dabei um Gesteine aus dem oberen Erdmantel, die durch tektonische Vorgänge in die obere Kruste gebracht wurden.

 

Detaillierte Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Newsletter-Archiv.

 

unsere Geschäftspartner: