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»Chrysanthemenstein« & »Blütenporphyr«

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Chrysanthemenstein (oben) und Blütenporphyr (unten)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

In der langen Geschichte des Mineralienhandels kam es immer wieder vor, dass neu auf den Markt kommende Gesteinsarten eine Handelsbezeichnung erhielten, die bereits für ein anderes Gestein existierte. So auch bei einem fast schwarzen, bitumenreichen Kalkstein mit weißen Coelestinkristallen aus China, der 1996 zum ersten Mal auf den europäischen Mineralienbörsen als "Chrysanthemenstein" angeboten wurde (siehe Bild oben).

Die radialstrahlig angeordneten, blütenblätterförmigen Coelestin-Kristalle können tatsächlich an weiße Chrysanthemen erinnern, weshalb diese Bezeichnung durchaus treffend gewählt ist. Nur leider existierte sie bereits für ein Gestein mit großen, weißen Feldspäten, die in einer feinkörnigen, dunklen Grundmasse eingebettet sind (siehe Bild unten). Dieses Gestein gehört zur Familie der Porphyrite, genauer gesagt zu den Andesit-Porphyriten.

Porphyrite sind Vulkanite (in der Regel Rhyolithe) mit "porphyrischer" Struktur, dh. mit großen Kristallindividuen, die von einer feinkörnigen Grundmasse umgeben sind. Der im unteren Bild abgebildete Andesit-Porphyrit enthält große, weiße, mitunter durch Epidot und/oder Chlorit auch grünlich gefärbte Feldspäte (meist Oligoklas), die sich manchmal durchkreuzen, sodass sie wie Blüten aussehen. Umgeben sind sie von einer sehr feinkörnigen, dunklen Grundmasse aus Plagioklas (Andesin bis Oligoklas), Pyroxenen (Bronzit bis Hypersthen), Hornblende-Amphibolen und Biotit.

Im Steinmetzbereich ist der Andesit-Porphyrit schon lange als "Porfido Verde Antico" bekannt. Im Mineralienhandel hat sich in neuerer Zeit der Name "Blütenporphyr" etabliert, der sowohl die zum Teil blütenartige Ausbildung der Feldspäte als auch die porphyrische Struktur zum Ausdruck bringt. Um Verwechslungen zu vermeiden empfehlen wir, den Begriff Chrysanthemenstein nur noch für den dunklen Kalkstein mit Coelestin-Einsprenglingen zu verwenden, wohingegen der Andesit-Porphyrit als Blütenporphyr bezeichnet werden sollte.

 

Detailliertere Informationen zu diesen Gesteinen finden Sie in unserem Newsletter-Archiv.

 

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