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Abmahnungswelle wegen der Bezeichnung "Himalaya-Salz"

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Seit Anfang des Jahres 2009 verschickt der "Verein gegen Unwesen im Handel und Gewerbe Köln e.V." Abmahnungen an viele Händler, welche den Begriff "Himalaya-Salz" verwenden. Wir haben schon von etlichen Lieferanten gehört, welche solch eine kostenpflichtige Abmahnung erhalten haben.

Der Hintergrund:

Durch das Buch "WASSER & SALZ - Urquell des Lebens" von Barbara Hendel & Peter Ferreira entstand im Jahr 2000 eine große Nachfrage nach Steinsalz, welches in genanntem Buch als "Himalaya-Salz" angepriesen wurde (siehe Buchkritik "Wasser & Salz"). Obwohl dieses Buch genau betrachtet nur ein umfangreicher und aufwändig gestalteter Werbeprospekt war, mit abstrusen Theorien über die Entstehung und den Elementgehalt dieses "speziellen" Salzes, so sprach es bei den Konsumenten doch ein Bedürfnis nach einem besonders natürlichen und "reinen" Produkt an, das bis heute anhält.

Bereits im Jahr 2002/2003 geriet das "Himalaya-Salz" in den Fokus der Verbraucherschützer. Bei unabhängigen Elementanalysen, unter anderem des EPI-Instituts und der Stiftung Warentest, stellte sich heraus, dass maximal 10 der von Ferreira beschworenen 86 Elemente, die angeblich im Himalaya-Salz enthalten sein sollen, wirklich nachweisbar waren. Mittlerweile ist es Anbietern von Himalaya-Salz ausdrücklich untersagt, mit den 86 Elementen zu werben.

Im Jahr 2009 geriet das Himalaya-Salz erneut ins Blickfeld eines Abmahnvereins, diesmal wegen der Herkunftsbezeichnung "Himalaya". Ferreira gab in seinem Buch, das über 140.000 mal verkauft wurde, noch das Karakorum-Gebirge, einem bis zu 8611 m hohen Gebirgszug in Kashmir, als Herkunft des Himalaya-Salzes an. Inzwischen ist unbestritten, dass das "Himalaya-Salz" nicht aus der Hochgebirgsregion der Himalaya stammt, sondern aus der Salt Range in der pakistanischen Provinz Punjap. Die strittige Frage, ob die Lagerstätten dieses Salzes ein eigenständiger Gebirgszug bilden oder zu den Himalaya hinzurechnen sind, dürfen nun die Gerichte klären.

Derzeit gibt es keinen endgültigen, geklärten Status zur Bezeichnung "Himalaya-Salz". Es sind mehrere Klagen anhängig, auch Feststellungsklagen gegen zwei Abmahnvereine zur Unterlassung der Abmahnungen. Einige Verfahren sind zweitinstanzlich anhängig bei Oberlandesgerichten, wobei erstinstanzlich uneinheitlich entschieden wurde.

Inwieweit eine Werbung mit Gipfeln von Himalaya-Bergen und der (unterschwelligen) Behauptung der ganz besonderen Reinheit und "Energie" dieses salzes nicht trotz rechtlich ungeklärter Herkunftsbezeichnung wettbewerbswidrig sein können, ist noch nicht entschieden. In jedem Fall wettbewerbswidrig sind Heilaussagen zum Salz sowie Nennung nicht beweisbarer Eigenschaften wie "nur dieses Salz enthält so und so viele Elemente" oder "wird in großer Höhe im Himalaya von Hand abgebaut" etc. diese Dinge sind zweifellos falsch, mithin auch als Werbeaussagen wettbewerbswidrig.

Aufgrund der unklaren Rechtslage ist zu empfehlen, auf Werbung im Zusammenhang mit der Herkunft des Salzes, insbesondere wenn damit eine Alleinstellung begründet werden soll, zu verzichten.  Gehen Sie auf Nummer sicher und ändern Sie Ihre Werbung/Prospektmaterial etc. dahingehend, dass der Begriff "Himalaya-Salz" oder ähnliche Bezeichnungen, die einen Zusammenhang von "Himalaya" und "Salz" herstellen nicht mehr vorkommt. Ersetzen Sie ihn durch Begriffe wie "Pakistan-Steinsalz" oder "Steinsalz (Pakistan)".

Überprüfen Sie auch die Herkunftsangaben Ihrer anderen Steine. Diese müssen der Wahrheit entsprechen. Beachten Sie in diesem Zusammenhang besonders die europäischen Embargo Vorschriften für Steine aus Burma, vor allem Burma-Rubine und Burma-Jadeit.

 

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