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"Regenbogen Calsilica" - ein buntes Gestein aus Menschenhand - 4.9 out of 5 based on 52 votes

 

künstliches Produkt "Regenbogen Calsilica"

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Im Jahr 2002 tauchte auf deutschen und französischen Mineralienbörsen erstmals ein buntes Gestein auf, das unter dem Handelsnamen "Regenbogen Calsilica" vertrieben wird. Dieses Gestein zeichnet sich durch auffällige, intensiv blaue, braune, weiße, grüne und braune Schichten aus.

Amerikanischen und deutschen Untersuchungen zufolge soll dieses Material aus mikrokristallinen Calcitlagen bestehen, die ihre bunten Farben durch das Tonmineral Allophan erhalten. Es wurde vermutet, dass es als Rissfüllung in einem vulkanischen Gestein (Rhyolith) entstanden ist und folglich wurde ihm eine natürliche Entstehung zugeschrieben.

Neuere Untersuchungen des Institut für Edelsteinprüfung (EPI) kommen jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis. Allophan ist ein typisches Mineral von sauren Böden, welches bisher noch nie in festem Gestein nachgewiesen werden konnte, da es sich unter gesteinbildenden Prozessen sofort zersetzt. Mittels einer Röntgendiffraktionsanalyse (XRD) konnte in den blauen, gelben und grünen Bändern nur Calcit nachgewiesen werden. Da Allophan aber röntgenamorph ist, waren zusätzliche Analyseverfahren erforderlich, um die farbgebenden Substanzen explizit nachzuweisen.

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"Bergkristall"-Klangschalen - Ein Fake aus der Welt der Esoterik - 4.8 out of 5 based on 157 votes

 

künstliches Produkt Glas

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Klangschalen sind in der fernöstlichen Meditationspraxis weit verbreitet. Üblicherweise bestehen Sie aus Metalllegierungen, die durch geschickte Bearbeitung ein beachtlich breites Klangspektrum erzeugen können.

Dem Institut für Edelsteinprüfung (EPI) wurden zwei ungewöhnliche Klangschalen zur gemmologischen Untersuchung vorgelegt. Der Importeur gab an, dass das Material nach einem aufwändigen Verfahren aus "gereinigtem Bergkristall" hergestellt wird. Da ähnliche Beschreibungen schon des Öfteren für synthetischen Quarz oder Quarzglas verwandt worden sind, wurden beide Schalen mit einer Röntgendiffraktionsanalyse (RDA) auf Bergkristall oder andere kristallisierte Produkte hin untersucht.

Die Analyse ergab eine Kurve, die typisch für den diffusen Reflex eines Quarzglases ist. Reste von kristallinem Quarz (Bergkristall) wurden in der Probe nicht gefunden.

Die Klangschalen sind demnach als Quarzglas (!) anzusprechen. Da der zur Herstellung benutzte Quarz-Sand komplett aufgeschmolzen ist,  darf er in der Produkt-Bezeichnung nicht als »Bergkristall« tituliert werden. Die Namensgebung »Bergkristall-Klangschale« ist in diesem Falle irreführend.

Zuverlässigen Quellen zufolge könnten die Glasbehälter der untere Teil von Reaktionsgefäßen sein, wie sie unter Anderem auch bei speziellen Verfahren der Kristallzüchtung benutzt werden.

 

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Alexandrit: die häufigsten Imitationen und Verwechslungsmöglichkeiten - 4.7 out of 5 based on 95 votes

 

Chrysoberyll, Varietät Alexandrit

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Alexandrit, eine Farbvarietät des Minerals Chysoberyll, wurde erstmals 1830 am Flüßchen Takowaya im südlichen Ural in Russland entdeckt. Fortan kamen die farbintensivsten Qualitäten dieses Edelsteins über 150 Jahre lang von dieser Fundstelle. Erst 1987 wurden neue, große Vorkommen in Hematita (Brasilien) entdeckt, die heute über 80% des Weltmarktes mit feinen Alexandriten versorgen. Wirtschaftlich weniger bedeutende Vorkommen liegen in Sri Lanka, Myanmar (Burma), Tasmanien und Simbabwe.

Die besondere Eigenschaft von Alexandrit ist seine Fähigkeit, die Farbe bei Kunstlicht zu ändern. Im Tageslicht erscheint er immer in grünen, bläulich grünen oder graugrünen Farben.

Unter Kunstlicht mit starkem Gelbanteil (z.B. Kerzenlicht) nimmt er eine blutrote bis rotviolette Färbung an. Verantwortlich für dieses Phänomen ist das Element Chrom, das neben Eisen und Titan als Spurenelement enthalten ist.

Feiner Alexandrit, vor allem in den Größen von mehr als einem Karat, gehört zu den wertvollsten Edelsteinen überhaupt. Sein Wert hängt in erster Linie von der Tiefe des Farbwechsels ab. Ein wirklich feiner Alexandrit sollte bei Tageslicht ein lebhaftes Grün zeigen und im Kunstlicht zu Purpurrot bis Purpur-Violett ohne störendes Braun wechseln. Dieser »Changieren« genannte Farbwechsel tritt jedoch nicht nur bei Alexandrit auf, sondern auch bei anderen Edelsteinen.

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Hemimorphit-Imitationen - 4.6 out of 5 based on 99 votes

 

Hemimorphit-Imitationen, oft mit Herkunftsangabe China, sind stark im Handel vertreten. Sie werden in den Farben blau oder blaugrün sowohl als Rohsteine als auch als Trommelsteine und Kettenstränge angeboten. Mit ein paar einfachen Tests, lassen sich echter Hemimorphit und seine Imitationen aus Calcit / Aragonit jedoch relativ leicht identifizieen.

Hemimorphit:

Echter Hemimorphit ist ein recht seltenes Mineral, das in der Oxidationszone sulfidischer Blei-Zink-Lagerstätten entsteht. Anhand seiner physikalischen und chemischen Eigenschaften lässt sich Hemimorphit gut von seinen Imitationen unterscheiden.

Abb.1: natürlicher Hemimorphit kommt meist in krustigen Aggregaten vor

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

chem. Zusammensetzung:
Hemimorphit ist ein wasserhaltiges basisches Zinksilikat mit der Formel Zn4[(OH)2/Si2O7] · H2O. Im Unterschied zu seinen häufigsten Imitationen aus der Calcit-Gruppe, reagiert er nicht mit Säuren. Beim betupfen mit 10%iger Salzsäure treten keine Gasbläschen auf.

Erscheinungsbild:
Typisch sind derbe, körnige, krustige, nierige, faserige und radialstrahlige Aggregate. Selten sind Kristalle, die an ihren Enden unterschiedlich flächenreich sind (sog. »Hemimorphie«).

Farbe(n):
Üblicherweise kommt Hemimorphit in weißen oder bräunlichen Farbtönen vor, selten auch in kräftigem Hellblau oder Rosarot.

Dichte: 3,30 - 3,50

Mohs-Härte: 5

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"Malachit-Jade" ist weder Malachit noch Jade - 5.0 out of 5 based on 74 votes

 

Diopsid-Quarzit

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Dieses grüne Gestein kam unter dem Handelsnamen "Malachit Jade" in das EPI-Labor. Unter dem Mikroskop war ein körniges Gestein erkennbar, zusammengesetzt aus dunkel- und hellgrünen, sowie farblosen Mineralen. Erste gemmologische Untersuchungen ergaben, dass sich die physikalischen Eigenschaften deutlich von denen der anerkannten Jademinerale Jadeit und Nephrit unterschieden (z.B. Dichte: 2,86). Da jedoch nicht ausgeschlossen werden konnte, dass es sich vielleicht um ein Gestein handelt, das Jademinerale in untergeordneten Mengenanteilen enthält, wurde der Mineralbestand mittels Röntgen- und Dünnschliffanalyse genauer bestimmt.

Mittels Raman-Laseranalysen ließen sich zwei Minerale identifizieren, die für die grüne Farbe verantwortlich sind: hellgrüner Diopsid und ein dunkelgrünes Mineral aus der Amphibol-Gruppe. Das dominierende Mineral ist jedoch farbloser Quarz, der den Hauptbestandteil des Gesteins bildet. Die schwarze Bänderung wird durch einen hohen Erzanteil aus Pyrit und Goethit hervorgerufen. Letzterer hat sich wahrscheinlich durch die Umwandlung von Hämatit bzw. Magnetit gebildet.

Das Gestein hat also nichts mit den bekannten Jademineralen Jadeit und Nephrit zu tun, sonden ist ein grüner Schmuckstein aus der Quarzit-Gruppe. Die korrekte Bezeichnung lautet: Diopsid-Quarzit.

Detaillierte Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Newsletter-Archiv.