deenfres
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POLYBERN - ein alter Bekannter in neuem Gewand - 5.0 out of 5 based on 50 votes

 

Seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist eine Bernstein-Imitation auf den Markt, die durch Einbetten echter Bernsteinstückchen in ein transparentes Polyesterharz hergestellt wird. Diese Nachahmung trägt den Namen "Polybern". Er leitet sich aus der Zusammenziehung der Kürzel "poly" für Polyester und "bern" für Bernstein ab. Lange Zeit war diese Kombination von Natur- und Kunstharz kaum noch am Markt zu finden, doch nun wird sie in leicht veränderter Form wieder angeboten. In den aktuellen Produkten sind braune, transparente Bernsteinstückchen in undurchsichtiges, weißes Kunstharz eingebettet.

Mit Hilfe einer Lupe sind in der weißen Kunststoffmasse kleine runde Hohlräume zu beobachten, die durch Entgasungsprozesse während der Trocknung hervorgerufen werden. Beim kräftigen Reiben über eine unglasierte Keramikplatte (z.B. über eine Strichtafel wie sie Mineraluntersuchungen gebräuchlich ist) fällt ein unangenehmer Plastikgeruch auf.

Ähnliche Imitationen gibt es auch in der Kombination von braunem, gemeinem Opal oder sogar echtem Feueropal mit weißem Kunstharz. Auch hier ist das Kunstharz an seinen Entgasungsporen und seiner unangenehmen Geruchsentwicklung unter der Einwirkung von (Reibungs-) Hitze zu erkennen.
Nach den aktuellen CIBJO-Bestimmungen dürfen solche zusammengesetzten Steine nicht als "Echt Bernstein" oder einfach nur "Opal" angeboten werden, sondern müssen als Bernstein- bzw. Opal-Imitation deklariert werden.

 

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"Regenbogen Calsilica" - ein buntes Gestein aus Menschenhand - 4.9 out of 5 based on 52 votes

 

künstliches Produkt "Regenbogen Calsilica"

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Im Jahr 2002 tauchte auf deutschen und französischen Mineralienbörsen erstmals ein buntes Gestein auf, das unter dem Handelsnamen "Regenbogen Calsilica" vertrieben wird. Dieses Gestein zeichnet sich durch auffällige, intensiv blaue, braune, weiße, grüne und braune Schichten aus.

Amerikanischen und deutschen Untersuchungen zufolge soll dieses Material aus mikrokristallinen Calcitlagen bestehen, die ihre bunten Farben durch das Tonmineral Allophan erhalten. Es wurde vermutet, dass es als Rissfüllung in einem vulkanischen Gestein (Rhyolith) entstanden ist und folglich wurde ihm eine natürliche Entstehung zugeschrieben.

Neuere Untersuchungen des Institut für Edelsteinprüfung (EPI) kommen jedoch zu einem ganz anderen Ergebnis. Allophan ist ein typisches Mineral von sauren Böden, welches bisher noch nie in festem Gestein nachgewiesen werden konnte, da es sich unter gesteinbildenden Prozessen sofort zersetzt. Mittels einer Röntgendiffraktionsanalyse (XRD) konnte in den blauen, gelben und grünen Bändern nur Calcit nachgewiesen werden. Da Allophan aber röntgenamorph ist, waren zusätzliche Analyseverfahren erforderlich, um die farbgebenden Substanzen explizit nachzuweisen.

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"Power- Magnete": ein künstliches Industrieprodukt - 4.9 out of 5 based on 78 votes

 

künstliches Produkt "Power- Magnete"

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

 Metallisch glänzend, glatt poliert und so stark magnetisch, dass Scheckkarten einfach gelöscht werden können, so präsentierte sich im Jahr 2003 ein neues Produkt unter dem Namen "Power Magnet". Kinder haben Spaß an den ovalen Magneten gefunden, indem sie sie paarweise in die Luft werfen, wodurch ein prägnantes zirpendes Geräusch entsteht. Doch aus was besteht dieses hochmagnetische Material eigentlich?

Von den Anbietern sind Vermutungen zu hören, dass es sich wohl um gesinterten, Neodym dotierten Hämatit handelt. Eine Röntgendiffraktionsanalyse (RDA) an einem Pulverpräparat erbrachte jedoch ein anderes Ergebnis: Powermagnete bestehen aus fast reinem Strontium-Ferrit, eventuell vermischt mit etwas Barium-Ferrit.

Hämatit oder ein anderes natürliches Mineral wurden nicht gefunden. Bei den "Power-Magneten handelt sich demnach um ein künstliches Sinterprodukt, das in vielen Industriegütern, in denen Permanentmagnete gebraucht werden, Verwendung findet. Die korrekte Bezeichnung lautet: "Power-Magnet (künstliches Produkt)".

 

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Smithsonit-Imitationen - 4.8 out of 5 based on 121 votes

 

Calcit alias "Smithsonit"

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Das Zinkcarbonat Smithsonit ist nur selten auf Mineralienbörsen zu finden. Im Jahr 2002 wurden jedoch größere Mengen dieses Minerals (meist mit der Herkunftsangabe: China) angeboten. Die hellblauen oder blaugrünen Rohstücke oder Trommelsteine bestanden jedoch meist aus den Calciumcarbonaten Calcit und Aragonit. Die Bezeichnung »Smithsonit« für dieses Material ist demnach irreführend.

Röntgenspektroskopische Untersuchungen des EPI-Instituts ergaben einen maximalen Zinkgehalt von 0,9 Gew%. Dieser geringe Zink-Gehalt ist wahrscheinlich für die blau-grüne Farbe verantwortlich, macht das Mineral aber keineswegs zu einem Smithsonit, der mindestens 20 Gew.-% Zn enthalten muss, um diesen Namen zurecht zu tragen.

Wegen der großen Menge an imitierten Material am Markt ist es dringend anzuraten, vor dem Kauf von Smithsonit die Echtheit des Materials überprüfen zu lassen.

 

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Hydrofluorit alias "Lavendeljade" - 4.5 out of 5 based on 27 votes

 

Hydrofluorit alias "Lavendeljade"

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Schon 1998 kam ein violetter, durchscheinender Trommelstein unter dem Namen "Lavendel-Jade" in unser Labor, der sich sich bei der gemmologischen Prüfung als Hydrofluorit entpuppte. Im Unterschied zu der gängigen Lavendeljade aus der Türkei, ist Hydrofluorit relativ weich, durchscheinend und faserig bis strahlig aufgebaut.

Wir empfehlen vor dem Kauf von violetter Jade unbedingt eine gemmologische Überprüfung der Identität.