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Hemimorphit-Imitationen - 4.6 out of 5 based on 99 votes

 

Hemimorphit-Imitationen, oft mit Herkunftsangabe China, sind stark im Handel vertreten. Sie werden in den Farben blau oder blaugrün sowohl als Rohsteine als auch als Trommelsteine und Kettenstränge angeboten. Mit ein paar einfachen Tests, lassen sich echter Hemimorphit und seine Imitationen aus Calcit / Aragonit jedoch relativ leicht identifizieen.

Hemimorphit:

Echter Hemimorphit ist ein recht seltenes Mineral, das in der Oxidationszone sulfidischer Blei-Zink-Lagerstätten entsteht. Anhand seiner physikalischen und chemischen Eigenschaften lässt sich Hemimorphit gut von seinen Imitationen unterscheiden.

Abb.1: natürlicher Hemimorphit kommt meist in krustigen Aggregaten vor

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

chem. Zusammensetzung:
Hemimorphit ist ein wasserhaltiges basisches Zinksilikat mit der Formel Zn4[(OH)2/Si2O7] · H2O. Im Unterschied zu seinen häufigsten Imitationen aus der Calcit-Gruppe, reagiert er nicht mit Säuren. Beim betupfen mit 10%iger Salzsäure treten keine Gasbläschen auf.

Erscheinungsbild:
Typisch sind derbe, körnige, krustige, nierige, faserige und radialstrahlige Aggregate. Selten sind Kristalle, die an ihren Enden unterschiedlich flächenreich sind (sog. »Hemimorphie«).

Farbe(n):
Üblicherweise kommt Hemimorphit in weißen oder bräunlichen Farbtönen vor, selten auch in kräftigem Hellblau oder Rosarot.

Dichte: 3,30 - 3,50

Mohs-Härte: 5

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Alexandrit-Imitationen - 4.7 out of 5 based on 95 votes

 

Chrysoberyll, Varietät Alexandrit

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Alexandrit, eine Farbvarietät des Minerals Chysoberyll, wurde erstmals 1830 am Flüßchen Takowaya im südlichen Ural in Russland entdeckt. Fortan kamen die farbintensivsten Qualitäten dieses Edelsteins über 150 Jahre lang von dieser Fundstelle. Erst 1987 wurden neue, große Vorkommen in Hematita (Brasilien) entdeckt, die heute über 80% des Weltmarktes mit feinen Alexandriten versorgen. Wirtschaftlich weniger bedeutende Vorkommen liegen in Sri Lanka, Myanmar (Burma), Tasmanien und Simbabwe.

Die besondere Eigenschaft von Alexandrit ist seine Fähigkeit, die Farbe bei Kunstlicht zu ändern. Im Tageslicht erscheint er immer in grünen, bläulich grünen oder graugrünen Farben.

Synthetischer Saphir ist bereits im Tageslicht rot- bis blauviolet

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Unter Kunstlicht mit starkem Gelbanteil (z.B. Kerzenlicht) nimmt er eine blutrote bis rotviolette Färbung an. Verantwortlich für dieses Phänomen ist das Element Chrom, das neben Eisen und Titan als Spurenelement enthalten ist.

Feiner Alexandrit, vor allem in den Größen von mehr als einem Karat, gehört zu den wertvollsten Edelsteinen überhaupt. Sein Wert hängt in erster Linie von der Tiefe des Farbwechsels ab. Ein wirklich feiner Alexandrit sollte bei Tageslicht ein lebhaftes Grün zeigen und im Kunstlicht zu Purpurrot bis Purpur-Violett ohne störendes Braun wechseln.

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Glasimitation für Larimar - 4.9 out of 5 based on 149 votes

 

Larimar in seiner schönsten Form

Foto: Jens Maier, Fa. Conlight

Die blaue Varietät des Minerals Pektolith (NaCa2[OH/Si3O8]) wurde 1974 an der Südwestküste der Dominikanischen Republik bei Baoruco entdeckt. Miguel Mendez, ein einheimischer Sachverständigen für kunsthandwerkliche Erzeugnisse, kreierte die Handelsbezeichnung "Larimar" auf Grund der meerblauen Farbe (’mar’ span. = Meer) und zu Ehren seiner Tochter Larissa. Als die Fundstellen des Larimars entlang der Küste erschöpft waren, setzte Mendez die Prospektion in den küstennahen Bergen fort. In rund 7 km Entfernung von der Küste entdeckte er ein kleines primäres Vorkommen - bisher das einzig bekannte von blauem Pektolith auf der Erde.

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Schlangenhaut-Achat, Feuerachat und Feuerkarneol - 5.0 out of 5 based on 23 votes

 

Die Handels-Bezeichnung "Schlangenhaut-Achat" wird seit vielen Jahren für einen hellbeigen Chalcedon benutzt, der eine charakteristische Zeichnung von weißen Linien trägt (Abb. 1).

Abb. 1: Schlangenhaut-Achat, natur

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

2005 tauchte dann plötzlich ganz ähnlich aussehendes Material in leuchtendem Orange auf, das von chinesischen Händlern zunächst als "Feuerachat" angeboten wurde. Diese Bezeichnung ist jedoch absolut falsch und irreführend.

Echter Feuerachat ist ein brauner, oft nierenförmig gewachsener Chalcedon, der durch farbenfroh irisierende Bereiche auffällt, in denen sich das Licht an dünnen Eisenoxid-Häutchen bricht (Abb.2).

Abb. 2: Feuerachat, natur

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Die einstige Vorstellung, dass es sich um einen Achat mit dünnen Opalschichten handeln könnte, ist längst widerlegt (Gübelin, 1979, Lapis 4/12).

Die Vorkommen von  Feuerachat liegen in Mexiko und den USA, wo er auf natürliche Weise in Hohlräumen vulkanischer Gesteine in Form von Stalaktiten oder knolligen Gebilden auftritt. Im Gegensatz dazu ist der orangefarbige Schlangenhaut-Achat ein Produkt menschlicher Färbe- und Brennkunst.

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"Bergkristall"-Klangschalen - Ein Fake aus der Welt der Esoterik - 4.8 out of 5 based on 157 votes

 

künstliches Produkt Glas

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Klangschalen sind in der fernöstlichen Meditationspraxis weit verbreitet. Üblicherweise bestehen Sie aus Metalllegierungen, die durch geschickte Bearbeitung ein beachtlich breites Klangspektrum erzeugen können.

Dem Institut für Edelsteinprüfung (EPI) wurden zwei ungewöhnliche Klangschalen zur gemmologischen Untersuchung vorgelegt. Der Importeur gab an, dass das Material nach einem aufwändigen Verfahren aus "gereinigtem Bergkristall" hergestellt wird. Da ähnliche Beschreibungen schon des Öfteren für synthetischen Quarz oder Quarzglas verwandt worden sind, wurden beide Schalen mit einer Röntgendiffraktionsanalyse (RDA) auf Bergkristall oder andere kristallisierte Produkte hin untersucht.

Die Analyse ergab eine Kurve, die typisch für den diffusen Reflex eines Quarzglases ist. Reste von kristallinem Quarz (Bergkristall) wurden in der Probe nicht gefunden.

Die Klangschalen sind demnach als Quarzglas (!) anzusprechen. Da der zur Herstellung benutzte Quarz-Sand komplett aufgeschmolzen ist,  darf er in der Produkt-Bezeichnung nicht als »Bergkristall« tituliert werden. Die Namensgebung »Bergkristall-Klangschale« ist in diesem Falle irreführend.

Zuverlässigen Quellen zufolge könnten die Glasbehälter der untere Teil von Reaktionsgefäßen sein, wie sie unter Anderem auch bei speziellen Verfahren der Kristallzüchtung benutzt werden.