1 1 1 1 1 Rating 0.00 (0 Votes)
5 1 1 1 1 1 Rating 5.00 (68 Votes)
»Ozeanchalcedon« | »Ozeanachat« - 5.0 out of 5 based on 68 votes
Ozeanchalcedon, Madagaskar

Das varietätstypische Merkmal von Ozeanchalcedon sind die runden Strukturen, die Sphärolithe. Wenn sie fehlen, kann niemand einen Ozeanchalcedon als solchen erkennen.

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Sphärolite in Ozeanachat

Radialstrahlige Chalcedon-Aggregate können sich auch zu achatartigen Strukturen verbinden

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

»Ozeanchalcedon« ist in Europa nun schon seit einigen Jahren bekannt. Das oft auffällig bunte Gestein stammt von der Nordwestküste Madagaskars aus dem Mahajanga-Becken, welches in der Kreidezeit (vor 65 - 130 Mio. Jahren) noch ein flaches Meeresbecken war. Vor ca. 100 Mio. Jahren kam es zu einer tektonischen Hebung des Gebietes und zu vulkanischen Aktivitäten, in deren Verlauf quarzreiche, hydrothermale Flüssigkeiten in die Kalk- und Tonsedimente eindrangen und Schichten und Gänge von Chalcedon bildeten.

Die primären Vorkommen nahe der Küste sind inzwischen weitgehend abgebaut. Ersatzmaterial aus der weiteren Umgebung zeigt meist nicht die typischen Merkmale von Ozeanchalcedon, sondern hat mehr Anteile an Jaspis und Nebengestein.

Die Handelsnamen für diese Chalcedon Varietät haben sich in der Vergangenheit immer wieder geändert und wurden mit zunehmendem Kenntnisstand immer präziser. Ursprünglich wurde das Material vom Produzenten als "Oceanjasper", also als "Ozeanjaspis" angeboten. Wer sich das Gestein aber genau ansieht, wird deutliche achatartige Strukturen wahrnehmen. In Europa wurde das Material deshalb als "Ozeanachat" vermarktet.

Dr. W. Lieber aus Deutschland untersuchte das Gestein mit Hilfe von Gesteinsdünnschliffen. Er fand heraus, dass es sich bei dem Material um Chalcedon handelt, der partiell in radialstrahligen, kugeligen Strukturen auskristallisiert ist. Da solche kugeligen Strukturen in der Mineralogie "Sphärolithe" genannt werden, bezeichnete er das Material als »sphärolithischen Chalcedon«.

Diese runden oder radialstrahligen Strukturen, die oft in eine lebhaft strukturierte Matrix eingebettet sind, stellen das varietätstypische Merkmal dieser Art von Chalcedon dar.

Nachdem die mineralogische Zusammensetzung geklärt war, wurde der Handelsname »Ozeanchalcedon« immer populärer. Aber auch der Name »Ozeanachat« ist nicht ganz von der Hand zu weisen, da zwischen den sphärolithischen Strukturen immer wieder Bereiche auftreten, die eine Art Achatbänderung zeigen. Der Handelsname "Ozeanjaspis" sollte jedoch vermieden werden, denn mit Jaspis hat dieser Schmuckstein wenig gemeinsam. Die genaueste Art, dieses Material zu bezeichnen ist: »Ozeanchalcedon (Ozeanachat)«.

Unverzichtbar für die Ansprache als »Ozeanchalcedon (Ozeansachat)« sind jedoch die varietätstypischen sphärolithischen Strukturen. Nur da wo Sphärolithe drin sind, sollte »Ozeanchalcedon« draufstehen.

 

Detailliertere Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Archiv.

 

5 1 1 1 1 1 Rating 5.00 (45 Votes)
»Regenbogen-Basalt« - 5.0 out of 5 based on 45 votes
»Regenbogen-Basalt«, USA

»Regenbogen-Basalt«, USA

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Der Handelsname »Regenbogen-Basalt« steht für einen dunklen Basalt aus Michigan (USA) mit rundlichen Hohlraumfüllungen aus einem komplexen Mineralgemenge aus rosaroten und grünen Feldspäten, grauem Quarz und ein wenig Calcit.

Basalte entstehen überall dort, wo in vulkanisch aktiven Zonen dünnflüssiges, kieselsäurearmes Magma an der Erdoberfläche austritt und dort relativ schnell zu Basaltlava erkaltet. Neben den sehr feinkörnig auskristallisierten Plagioklas-Feldspäten und Pyroxen-Mineralien können aus dem Erdmantel mitgebrachte Mineralien wie Olivin und Magnetit vorhanden sein oder auch noch nicht kristallisierte glasige Bestandteile. Da Basaltlaven mitunter recht gasreich sind, sind blasenartige Hohlräume häufig anzutreffen.

Eine Dünnschliffanalyse zeigte, dass die ursprünglich vorhandenen Mineralien zum Teil stark verwittert sind. Die ehemaligen blasenartigen Hohlräume sind mit zahlreichen, zum Teil komplexen Mineralisationen ausgefüllt.

Nachweisbar waren neben Feldspat und Calcit vor allem Quarzkriställchen. Die Feldspäte sind nicht mehr frisch, sondern haben sich zum Teil in Tonminerale zersetzt. Hinzu kommen optisch nicht näher bestimmbare Zeolithminerale.

4.6024096385542 1 1 1 1 1 Rating 4.60 (83 Votes)
Shattuckit-Chrysokoll-Quarz - 4.6 out of 5 based on 83 votes
Shattuckit-Chrysokoll-Quarz, Kongo

Shattuckit-Chrysokoll-Quarz, Kongo

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Aus der Kupferlagerstätte Tantara im Kongo, die früher schon sehr schöne Mischungen von Plancheit und Shattuckit mit Dioptas und weißem Calcit lieferte, kommt auch ein Gestein, das aus Shattuckit, Quarz, Chrysokoll, Azurit, Malachit, Bornit und weiteren Kupfererzen besteht und verkürzt als "Shattuckit" vermarktet wird.

Das mittel- bis dunkelblaue Kupfermineral Shattuckit tritt üblicherweise als feinnadelige bis faserige Kristalle in radialstrahligen oder massigen Mineral-Aggregaten auf. Es bildet sich als Sekundärmineralisation in der Oxidationszone von Kupfer-Lagerstätten. Mit einer Mohs-Härte von 3½ ist es zu weich für die Schmuckherstellung und es steht in reiner Form auch nicht in ausreichender Quantität zur Verfügung, als dass es als Schmuckstein verwendet werden könnte.

Eingebettet in Quarz und zusammen mit anderen Kupfermineralien wie himmelblauem Chrysokoll und/oder grasgrünem Malachit bildet es jedoch eine Mineralzusammenstellung, die nicht nur optisch sehr ansprechend ist, sondern auch gut polierbare Schmucksteine ergibt.

 

Detailliertere Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Newsletter-Archiv.

 

1 1 1 1 1 Rating 0.00 (0 Votes)
Sodalith-Syenit, Brasilien

Sodalith-Syenit, Brasilien

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Das als Dekorstein sehr beliebte, blau-weiß gesprenkelte Gestein wird seit 1965 in Brasilien abgebaut. Die in der Steinmetzbranche übliche Bezeichnung »Azul Bahia« weißt auf diese Herkunft hin.

Petrologisch handelt es sich um ein Syenit Gestein mit ca. 50% Mikroklin-Feldspat, 30% Sodalith, 10% Cancrinit, 5% Plagioklas sowie 5% Aegirin und weiteren dunklen Gemengteilen. Syenite sind quarzarme, magmatische Alkaligesteine, mit oft exotischer Mineralzusammensetzung. Ihr Hauptmineralbestand umfasst in der Regel Alkalifeldspäte, Amphibole und/oder Pyroxene oder auch Plagioklas-Feldspäte und Biotit. Daneben können seltene Minerale wie Astrophyllit, Eudialyt oder - wie im Sodalith-Syenit - auch Sodalith in größeren Mengen auftreten.

Sodalith ist ein Mineral, das eng mit Lasurit, einem der farbgebenden Minerale des Lapislazuli Gesteins, verwandt ist. Er sollte von (auch schwachen) Säuren fern gehalten werden, da er sich unter deren Einwirkung grau verfärben kann.

Sodalith-Syenit findet als Dekorstein und im Schmuckgewerbe Verwendung, wo er verkürzt auch als "Sodalith" bezeichnet wird.

 

4.7980769230769 1 1 1 1 1 Rating 4.80 (104 Votes)
»Sonora Sunrise« - ein farbenprächtiges Kupfererz - 4.8 out of 5 based on 104 votes
»Sonora Sunrise«, Mexiko

»Sonora Sunrise«, Mexiko

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Dieses farbenfrohe Gestein kommt aus der Milpillas Kupfermine, die westlich der Ortschaft Cananea in der Sonora Wüste Nord-Mexikos liegt. Die kleine Mine produziert nur wenig Material, weshalb die Steine seit ihrer Markt-Einführung im Jahre 2006 hohe Preise erzielen.

Je nach Mineralverteilung variieren die Farben von einem dunkelroten Braun mit olivgrünen Flecken bis hin zu schwarzen Zonen mit einem metallischen Schimmer, die patchworkartig vermengt sind mit blauen und grünen Zonen von eng mit einander verwachsenen Mineralien. Mittels röntgenographischer Methoden konnten die grün-blaue n Bereiche als eine Verwachsung des Kupfersulfats Brochantit, mit dem grünen Kupfersilikat Chrysokoll identifiziert werden. Die braun- bis orangeroten Bereiche bestehen aus dem Kupfer(I)oxid Cuprit welches wiederum mit dem schwarzen Kupfer(II)oxid Tenorit verwachsen ist.