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»Golden Amphibolite«

 

»Golden Amphibolite«, Australien

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Ein grobkörniges amphibolreiches Gestein mit goldgelbem Flächenglanz, ist unter der engl. Bezeichnung »Golden Amphibolite« im Handel.

Amphibolit zeigt in der Regel ein schwarz-weiß gesprenkeltes fein-, mittel- bis grobkörniges Gefüge (Spitzname »Salz-und-Pfeffer-Stein«), welches häufig auch Bänderungen zeigt. Das Gestein besteht generell aus Plagioklas-Feldspat (in meist weißer bis hellgrauer Farbe) sowie Amphibolminerale (Hornblende oder Anthophyllit), die üblicherweise schwarz erscheinen, aber auch braun bis dunkelgrün sein können. Nur in seltenen Fällen zeigen die Amphibole so leuchtend goldgelb-braune Farben wie im »Golden Amphibolite«.

Entstehung
»Golden Amphibolite« entsteht durch die metamorphe Umwandlung von magmatischem Gabbro oder vulkanischem Basalt (Ortho-Amphibolit), bei Temperaturen von 500° - 700° C und einem Druck von 5 - 10 kbar  (das entspricht einer Tiefe von etwa 15 bis 30 km). Solche Bedingungen treten in der Regionalmetamorphose von Gebirgsbildungsprozessen auf.

Vorkommen
Goldgelb irisierende Ortho-Amphibolite kommen an mehreren Stellen der Erde vor. Die kommerziell verwendeten Exemplare stammen aus den USA (Wyoming, New  Hampshire, Massachusetts) oder aus Westaustralien. Andere Mitglieder dieser Gesteinfamilie stammen aus Grönland und werden unter dem Handelsnamen »Nuummit vermarktet«.

Farbursache
Untersuchungen von Dietrich et al. (1988) zeigten, dass das außergewöhnliche Aussehen des Wyoming-Gesteins (zumindest teilweise) dadurch entstanden ist, dass seine Amphibolkörner in mehreren Stufen teilweise bis vollständig zu einer Mischung aus Goethit und opalhaltigem Quarz zerfallen sind. Diese durch mikroskopische, röntgenologische und chemische Untersuchungen festgestellte Mineralzusammensetzung ist makroskopisch nicht erkennbar. Es ist wahrscheinlich, dass auch »Golden Amphibolite« aus anderen Teilen der Welt ihre Farbe durch eine teilweise Umwandlung erhalten haben, wobei Eisenoxide (Goethit) in dünnen Plättchen und Schüppchen zu dem auffälligen irisierenden Goldschimmer führen.

Lit.: Appel et al,1987, A new gem material from Greenland: Iridescent  orthoamphibole.  Gems & Gemology, Vol. 23, No. 1, pp.36-42
       Dietrich et al, 1988, A Gem-Quality Iridescent Orthoamphibole From Wyoming. Gems & Gemology, Vol. 24, No.3, pp. 161-164

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