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Magnesit - Imitationen und Verwechslungen

Gefärbter Magnesit kann leicht mit echtem Türkis verwechselt werden

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

 

Das Magnesiumcarbonat Magnesit [MgCO3] tritt meist gesteinsbildend in großen Massen oder in knolligen Aggregaten auf. Die am häufigsten anzutreffende Farbe ist Weiß oder Grau, seltener Beige (Handelsname: »Ivoryit«).

 

Magnesit

Abb. 1: grüner Magnesit ist manchmal fälschlicherweise als »JADE« im Handel

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Die Beimischung von Nickel ruft in Magnesit grüne Farben hervor. Dieser sogenannte »Nickelmagnesit« ist auch unter dem irreführenden Handelsnamen "Apfeljade" im Handel. Damit reiht er sich in die lange Liste der JADE Imitationen ein, in der fast jedes grüne Gestein irgendwann einmal auftaucht.

Mischkristallreihe

Magnesit ist mit dem Calciumcarbonat Calcit [CaCO3] in jedem Mischungsverhältnis mischbar und bildet eine sogenannte kontinuierliche Mischkristallreihe. Calcium-Magnesium-Carbonate mit einem Mischungsverhältniss von 30 - 70% Mg werden als Dolomit bezeichnet.

Grau-weißer Magnesit mit einem grobkristallinen Wachstumsgefüge mit "Eisblumentextur", die in ihrer Form Pinienkernen oder Eisblumen ähnelt, wird als »Pinolit« oder »Eisblumenmagnesit« bezeichnet.

»Pinolit« (Eisblumenmagnesit)

eisblumen magnesit

Abb. 3: »Pinolit« - Die Ähnlichkeit mit Pinienkernen gab diesem Magnesit Gestein seinen Namen.

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Die Lagerstätte Sunk/Hohentauern in Steiermark (Österreich) ist weltweit bekannt für einen gesteinsbildenden Magnesit, mit typisch grobkristallinen Wachstumsgefüge ("Eisblumentextur"). Wegen dieser besonderen Textur, bei der große, helle Magnesitkristalle - die in ihrer Form Pinienkernen oder Eisblumen ähneln - in einer grauen, an anorganischem Pigment reichen, feinkörnigen Matrix eingebettet sind, wurde das Gestein als »Pinolit« (Pignolen = Pinienkerne) oder »Eisblumenmagnesit« benannt.
Diese spezielle Ausbildung der Magnesitkristalle entstand dadurch, dass beim Kristallwachstum Graphit und tonige Verunreinigungen verdrängt wurden und ein dunkles Intergranularnetz zwischen den oft cm-großen, hellen Magnesitkristallen formten. Große Pinolitkristalle können graphitische Bestandteile, Quarzkörner, Kiesflitter und Reste von Dolomit umwachsen.
Bis 1963 wurde das Gestein noch als Dekorgestein abgebaut und unter der Bezeichnung »Sunk« (dem Namen der Fundstelle) vermarktet, heute findet man es fast nur noch in kunstgewerblichen Gegenständen oder als Trommelstein.

 

»Zitronenmagnesit« (Nickel-Magnesit)

zitronenmagnesit

Abb. 4: partiell verkieselter Magnesit

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Als im Jahre 1996 erstmals größere Mengen dieses grünen Gesteins auf den Mineralienmessen in den USA auftauchten, wurde es als "Lemon-Crysoprase" (dt.: "Zitronenchrysopras") bezeichnet. Als Fundort wurde der Bereich der östlichen Goldfelder der Central Division Mine in Westaustralien angegeben.

Chemische und mineralogische Analysen ergaben, dass es sich um einen hellgrünen, zum Teil verkieselten Magnesit handelt, in dessen Rissen sich  farbloser Quarz gebildet hatte.

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Verwechslungsmöglichkeiten

Eine große Verwechslungsgefahr besteht mit dem Calcium-Silikat Howlith, das ähnlich wie Magnesit sowohl als kompaktes, weißes bis beige marmoriertes Aggregat, als auch als poröses, kreideartiges Gestein (Howlithknollen) vorkommt. Der weitaus größte Teil der als Howlith angebotenen Trommel- und Schmucksteine besteht aus Magnesit. Howlith und Magnesit lassen sich durch den Carbonattest unterscheiden. Eine kleine Probe pulverisierten Magnesits, welche am besten durch Kratzen mit einem harten Gegenstand hergestellt wird, reagiert mit 10%iger Salzsäure unter Bildung von Gasbläschen. Howlith hingegen reagiert nicht.

 

Abb. 5: Zum Verwechseln ähnlich: Howlith [links] und Magnesit [rechts]

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

 

Imitationen

Imitationen für Magnesit existieren derzeit nicht. Das Mineral dient jedoch selbst als Imitation für undurchsichtige Schmucksteine wie Howlith oder (blau eingefärbt) für Türkis.

Abb. 6: blau eingefärbter Magnesit ist als Türkis Imitation sehr weit verbreitet.

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

 


Autor: Dipl.-Min. B. Bruder

© INSTITUT FÜR EDELSTEIN PRÜFUNG (EPI)

 

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