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»Nebulastone« und »Kambaba-Stein« - 4.9 out of 5 based on 99 votes

»Nebulastone« und »Kambaba-Stein«

 

»Nebulastone« (links) und »Kambaba-Stein« (rechts)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

In Deutschland werden zwei ähnliche, aber doch unterschiedliche Gesteine unter der gemeinsamen Bezeichnung »Eldarit« angeboten.  Die erste Variante kommt aus Mexiko und besteht aus einem (fast) schwarzen Gestein mit grünen Punkten und Kreisen (A). Manche Menschen fühlten sich bei der Betrachtung des Gesteins wohl an Galaxien und Sternnebel erinnert, weshalb sie ihm den Namen »Nebula-Stone« (engl.) oder »Nebulastein« (dt.) gaben.

Die zweite Variante (B) stammt aus Madagaskar und hat bezüglich seines Erscheinungsbildes in der Regel wesentlich mehr Grünanteile. Die Namensgebung für dieses Gestein ist nicht ganz einheitlich. In Amerika ist es unter dem Namen "Kambaba-Jasper" bekannt, in Deutschland wird er eher unter dem Namen "Kabambastein" gehandelt. Lange Zeit wurden die Bezeichnungen »Nebulastein«, »Kambabastein« und »Eldarit« als gleichberechtigte Synonyme benutzt.

Im Jahre 2005 verkündete der amerikanische Lieferant des mexikanischen »Nebulasteins« jedoch in etlichen eMail-Rundschreiben an deutsche und internationale Anbieter: "Nebulastone is not Kambaba!" [dt: Nebulastein ist nicht Kambaba]. In diesen Mailings wurde erklärt, dass Nebulastone ein vulkanisches Gestein sei, wohingegen Kambaba (Kabamba) ein Sedimentgestein sei, genauer gesagt eine fossile Stromatolithen Alge, was im deutschen Sprachgebrauch gleichbedeutend ist mit "Stromatolithen-Jaspis".

Da gleichzeitig unmissverständlich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass der Begriff »Nebulastone« rechtlich geschützt sei und nur für das mexikanische Material verwendet werden dürfe, wurde das EPI-Labor beauftragt das »Kambaba«-Gestein genauer zu untersuchen.

»Kambaba- (Kabamba-) Stein«

Mit Hilfe eines kiloschweren "Handstücks" von der Originalfundstelle in Madagaskar konnten Dünnschliff- und Mikrosonden Analysen angefertigt werden, anhand derer schnell klar wurde, dass dieses Gestein unmöglich ein Sedimentgestein sein kann.
Die Analysen ergaben, dass das Gestein aus Quarz und Alkalifeldspäten (Albit und Sanidin oder einer verwandten Phase) besteht. Darin eingebettet finden sich radialstrahlig angeordnete, grüne Amphibol-Aggregate (Pargasit, Riebeckit oder eine verwandte Phase), die von feinkörnigem Pyroxen (Aegirin) ummantelt sind. Calcit tritt nur in Spuren auf. Damit ist die Behauptung, Kambaba sei ein aus Stromatolithen Algen entstandenes Sedimentgestein, klar widerlegt.

In den Dünnschliffen sind unter gekreuzten Polarisatoren mineralogisch komplexe, rundliche Clustern aus mehreren Phasen bzw. deren Pseudomorphosen zu erkennen. Die Feinheit der Kristallite lässt jedoch keine Achsenbilder zu. Der Amphibol ist in winzigsten Nädelchen eingestreut und zeigt stellenweise ein Fließgefüge, was auf eine Kristallisation aus zähflüssigem Magma hindeutet. Der Quarz und ein Teil des Feldspates ist rekristallisiert. Die fehlende undulöse Auslöschung des Quarzes lässt eine metamorphe Überprägung eher unwahrscheinlich erscheinen. Glas ist - auch reliktisch - nicht (mehr) vorhanden. Aufgrund dieser Analyseergebnisse wurde das Gestein als Vulkanit, genauer gesagt als Rhyolith identifiziert.

»Nebula-Stone«

Anhand der mineralogischen Analysen des mexikanischen Nebulasteins, die auf der Homepageder des amerikanische Lieferanten veröffentlicht sind, ist ersichtlich, dass es sich hierbei ebenfalls um einen Vulkanit handelt. In einer Analyse von Sidney A. Williams vom Labor Globo de Plomo, USA, aus dem Jahr 1995 wird das Gestein als frisches, alkalireiches vulkanisches Gestein beschrieben, das hauptsächlich aus vier Mineralien besteht: Quarz, Alkalifeldspat (Anorthoklas), Amphibol (Riebekit) und Aegirin, wobei der Riebekit teilweise durch Aegirin ersetzt und ummantelt ist. Das Gestein wurde als Quarz-Pantellerit bestimmt, was nichts anderes ist, als ein alkalireicher Rhyolith.

Damit ist die mineralogische Zusammensetzung durchaus vergleichbar mit derjenigen des »Kambabasteins«. Beide Gesteine sind Vulkanite und beide bestehen aus Quarz, einem oder mehreren Alkalifeldspäten, Amphibolen (Riebekit oder verwandte Phasen) und Aegirin.

Fazit

»Kambabastein« und »Nebulastein« unterscheiden sich im Mineralbestand nur wenig. Sie unterscheiden sich vor allem in der Menge der einzelnen Mineralien, ihrer Verteilung und eventuell auch der Art des Ausgangsgesteins. Die daraus resultierende Farbverteilung kann als Unterscheidungsmerkmal dienen: Der »Kambabastein« zeigt schwarze Kreise auf grünem Grund. Beim »Nebulastein« ist es umgekehrt: er zeigt grüne Kreise auf schwarzem Grund. Aus mineralogischer Sicht sind beide Gesteine jedoch sehr ähnlich, sodass der Überbegriff »Eldarit« für beide Gesteine akzeptiert werden kann.

Aufgrund der Analyseergebnisse ist es sinnvoll den Namen Eldarit als Überbegriff für die Varianten »Nebulastein« (Mexiko) und »Kambabastein« (Madagaskar) zu verwenden. Der von einigen amerikanischen und madagassischen Firmen benutzten Begriff "Cambamba Jasper" und "Crocodile Jasper" ist irreführend, da in keiner der untersuchten Proben Jaspis nachgewiesen werden konnte. Handelsnamen wie "Kambaba-Jaspis" und "Krokodil-Jaspis" sollten deshalb unbedingt vermieden werden.

 

Detailliertere Informationen zu diesen Gesteinen finden Sie in unserem Archiv.