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"Afrikanischer Türkis" als Chrysokoll - Diorit identifiziert - 5.0 out of 5 based on 111 votes

 

Chrysokoll-Diorit (Rohstein / Anschnitt)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Ein fein verteiltes, pulveriges Mineral sorgt in diesem Gestein für eine blaugrüne Farbe. Da das Gestein bei mehreren Händlern als "afrikanischer Türkis" angeboten wurde, wir aber unsere Zweifel hatten, wurden der tatsächliche Mineralbestand und die Gesteinsart bestimmt.

Analytische Untersuchungen

Anhand von röntgendiffraktometrischen Untersuchung konnten die Bestandteile Chlorit, Kaolinit, Muskovit (Illit), Quarz, Anorthit bzw. Albit und eventuell Epidot und ein Amphibol identifiziert werden. Diese Mineralzusammensetzung ist typisch für ein zersetztes granitisches Gestein, gibt aber noch keinen Aufschluss über die Identität des farbgebenden blaugrünen Minerals.

Eine Dünnschliffanalyse zeigte etliche Hinweise, dass es sich um ein zersetzten Quarz-Diorit handelt, in dem es vor allem entlang von Rissen und Spalten zur Bildung von Chrysokoll kam.

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"Fluor-Chrysopras" - eine irreführende Bezeichnung - 4.4 out of 5 based on 66 votes

 

Dieser angebliche "Fluor-Chrysopras" erwieß sich als derber Fluorit

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

 Dem EPI-Labor wurde ein grünes Gestein vorgelegt, dessen Namen mit "Fluor-Chrysopras" angegeben wurde. Entsprechend den mineralogischen Nomenklatur-Regeln müsste es sich bei Fluor-Chrysopras um einen Chalcedon handeln, der Nickel und Fluor enthält.

Unter dem Mikroskop zeigten sich jedoch nicht die erwartete faserige Struktur eines Chalcedons. Ausgeprägte Spaltrisse deuteten auf eine sehr gute Spaltbarkeit hin. Auch die Dichte von 2,9 - 3,1 passte nicht auf Chrysopras. Anhand eines Gesteinsanschliffes konnte die Lichtbrechung mit 1,45 bestimmt werden, ein Wert, der eindeutig Fluorit zuzuordnen ist.

Um die genaue Mineralzusammensetzung und den Elementgehalt zu bestimmen, wurde von dem Material ein mineralogischer Dünnschliff angefertigt und eine Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) durchgeführt. Diese Dünnschliffanalyse zeigte eindeutig, dass neben Fluorit und den Resten von zersetzten Feldspäten nur grob kristallisierter Quarz - jedoch kein Chalcedon - vorhanden ist. Die Spurenelementanalyse (RFA) ergab keinen messbaren Gehalt an Nickel.

Fluorite in solch derber Ausbildung, wie in dem analysierten Gestein, sind oftmals sehr wasserhaltig und werden als Hydro-Fluorit bezeichnet.

Nach diesen Analyseergebnissen ist die Bezeichnung "Fluor-Chrysopras" als irreführend einzustufen. Die korrekte Bezeichnung lautet: (Hydro-) Fluorit oder Fluorit mit Matrix.

 

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Bedampfte Schmucksteine - 5.0 out of 5 based on 118 votes

 

Sie tragen verheißungsvoll klingende Fantasienamen wie "Angel Aura", "Aqua Aura" oder "Tanzan Aura Quarz": künstlich mit metallischen Überzügen bedampfte Schmucksteine verbreiten sich sowohl in Form von geschliffenem Schmuck als auch als behandelte Rohkristalle immer mehr im Handel.

Das Verfahren, mit dem die Kristalle bedampft werden, wird "Plasma-Sputtering" (engl.: to sputter = zerstäuben) genannt und funktioniert wie ein Brennofen, in dem ein 2000°C heißes Plasma erzeugt wird. Dabei verdampft an einer als Kathode fungierenden Elektrode ein Metall, das im Plasma in seine atomaren Bestandteile zerlegt wird und sich anschließend auf allen Gegenständen abscheidet, die sich als Anode in der Nähe befinden.

Ursprünglich wurde das Verfahren dazu entwickelt, beliebige Materialien mit neuen elektrischen und optischen Eigenschaften zu versehen. Aber bereits in den 1970er Jahren entdeckte man, dass die Methode hervorragend geeignet ist, um bei Quarz und Topas künstliche Farbvarietäten für den Schmuckmarkt zu erzeugen. In der Folge kamen einige bis dahin unbekannte Farbvarietäten auf den Markt (z.B. "Mystic Fire Topaz") und eine Menge bereits bekannter Varietäten nach Art von Citrin, Amethyst, Goldtopaz usw.

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Glasimitation für Larimar - 4.9 out of 5 based on 149 votes

 

Larimar in seiner schönsten Form

Foto: Jens Maier, Fa. Conlight

Die blaue Varietät des Minerals Pektolith (NaCa2[OH/Si3O8]) wurde 1974 an der Südwestküste der Dominikanischen Republik bei Baoruco entdeckt. Miguel Mendez, ein einheimischer Sachverständigen für kunsthandwerkliche Erzeugnisse, kreierte die Handelsbezeichnung "Larimar" auf Grund der meerblauen Farbe (’mar’ span. = Meer) und zu Ehren seiner Tochter Larissa. Als die Fundstellen des Larimars entlang der Küste erschöpft waren, setzte Mendez die Prospektion in den küstennahen Bergen fort. In rund 7 km Entfernung von der Küste entdeckte er ein kleines primäres Vorkommen - bisher das einzig bekannte von blauem Pektolith auf der Erde.

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Schlangenhaut-Achat, Feuerachat und Feuerkarneol - 5.0 out of 5 based on 23 votes

 

Die Handels-Bezeichnung "Schlangenhaut-Achat" wird seit vielen Jahren für einen hellbeigen Chalcedon benutzt, der eine charakteristische Zeichnung von weißen Linien trägt (Abb. 1).

Abb. 1: Schlangenhaut-Achat, natur

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

2005 tauchte dann plötzlich ganz ähnlich aussehendes Material in leuchtendem Orange auf, das von chinesischen Händlern zunächst als "Feuerachat" angeboten wurde. Diese Bezeichnung ist jedoch absolut falsch und irreführend.

Echter Feuerachat ist ein brauner, oft nierenförmig gewachsener Chalcedon, der durch farbenfroh irisierende Bereiche auffällt, in denen sich das Licht an dünnen Eisenoxid-Häutchen bricht (Abb.2).

Abb. 2: Feuerachat, natur

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Die einstige Vorstellung, dass es sich um einen Achat mit dünnen Opalschichten handeln könnte, ist längst widerlegt (Gübelin, 1979, Lapis 4/12).

Die Vorkommen von  Feuerachat liegen in Mexiko und den USA, wo er auf natürliche Weise in Hohlräumen vulkanischer Gesteine in Form von Stalaktiten oder knolligen Gebilden auftritt. Im Gegensatz dazu ist der orangefarbige Schlangenhaut-Achat ein Produkt menschlicher Färbe- und Brennkunst.

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