Azurit-Gneis, Pakistan

Azurit-Gneis, Pakistan

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________ 

Das Gestein, das wir Ihnen heute vorstellen, sieht aus, als wäre es mit blauen Tintenklecksen dekoriert worden. Vorgelegt wurde es uns als »Azurit-Granit« aus Nord-Pakistan. Es wird berichtet, dass es am Fuße des zweithöchsten Berges der Erde, dem K2 gefunden wird. Deshalb wird es auch unter dem Handelsnamen »K2« angeboten.

Mariposit-Dolomit

Mariposit-Dolomit (Rohstein)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

»Mariposit-Dolomit« ist ein weißes Gestein mit grünen, schlierenartigen Einlagerungen. Es kommt an verschiedenen Stellen der Sierra Nevada, z.B. bei Coulterville im Landkreis Mariposa, in Kalifornien (USA) vor. Nach diesem Landstrich wurde es von B. Silliman 1868 benannt. Es tritt dort in einer Kontaktzone von Tonschiefern und ultrabasischen Gesteinen auf. Das Gestein besteht aus Dolomit, Quarz und grünen Schichtsilikaten. Bei diesen Schichtsilikaten handelt es sich in einigen Fällen um nickelhaltigen Chlorit, meistens jedoch um Mariposit, einem chromhaltigen Muskovit-Glimmer.

Budstone ist KEIN Prasem

Budstone, Südafrika

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Das inhomogene Aussehen eines grünen Gesteins, das als »Prasem« aus Südafrika vermarktet wird, ließ Zweifel an seiner Echtheit aufkommen. Die durchgeführten Röntgen (EDX)- und Raman-Analysen an verschiedenen Proben zeigten, dass es sich um ein Gestein mit inhomogener und komplexer mineralogischer Zusammensetzung handelt.

Maw-Sit-Sit, Burma

Die Makroaufnahme von Maw-Sit-Sit zeigt die fein verfilzte Struktur dieses jadeithaltigen Gesteins (Ausschnittgröße 3 x 4 cm)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Maw-sit-sit ist ein Gestein, welches im Wesentlichen aus sechs Hauptbestandteilen besteht, die mengenmäßig stark variieren können. Dadurch können sich einzelne Exemplare im Aussehen stark unterscheiden. Dieser Name leitet sich ab von einer Lokalbezeichnung seines Fundorts in der Umgebung von Tawmaw in Burma (Myanmar) [Gübelin, 1978].

Dalmatinerstein ist kein Jaspis

»Dalmatinerstein« ist KEIN Jaspis

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Dieses schwarz-weiß gesprenkelte Gestein, welches nach der Hunderasse der Dalmatiner benannt wurde, ist lange Zeit für ein Porphyrit (einem vulkanischen Gestein) gehalten worden. Auch andere Mutmaßungen über die mineralogische Zusammensetzung und Entstehungsweise dieses Gesteins, die von einem vulkanischen Porphyrit bis zu einem Gestein mit schwarzem Turmalin reichten, waren wissenschaftlich nicht belegt.

Ozeanchalcedon, Madagaskar

Das varietätstypische Merkmal von Ozeanchalcedon sind die runden Strukturen, die Sphärolithe. Wenn sie fehlen, kann niemand einen Ozeanchalcedon als solchen erkennen.

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

»Ozeanchalcedon« ist in Europa nun schon seit einigen Jahren bekannt. Das oft auffällig bunte Gestein stammt von der Nordwestküste Madagaskars aus dem Mahajanga-Becken, welches in der Kreidezeit (vor 65 - 130 Mio. Jahren) noch ein flaches Meeresbecken war. Vor ca. 100 Mio. Jahren kam es zu einer tektonischen Hebung des Gebietes und zu vulkanischen Aktivitäten, in deren Verlauf quarzreiche, hydrothermale Flüssigkeiten in die Kalk- und Tonsedimente eindrangen und Schichten und Gänge von Chalcedon bildeten.

»Dumar«, China

»Dumar«, China

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Die Entstehung des Begriffs »Dumar« ist unbekannt. Ob der Name etwas mit dem span. Mar = Meer zu tun hat ist nicht überliefert. Als Herkunft wird "China" angegeben.

»Regenbogen-Basalt«, USA

»Regenbogen-Basalt«, USA

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Der Handelsname »Regenbogen-Basalt« steht für einen dunklen Basalt aus Michigan (USA) mit rundlichen Hohlraumfüllungen aus einem komplexen Mineralgemenge aus rosaroten und grünen Feldspäten, grauem Quarz und ein wenig Calcit.

Eilat-Stein

»Eilat-Stein«, Israel

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Immer wieder kommt es vor, dass ein Handelsname, der sich im Laufe der Geschichte als Qualitätsbegriff etabliert hat, auch dann beibehalten wird, wenn diese Qualitäten schon längst nicht mehr verfügbar sind. Nicht selten wird der Name dann einfach auf andere Steine oder Farbvarietäten übertragen, die entfernt ähnlich aussehen wie das Original. So auch bei dem sogenannten  »Eilat-Stein«, der sowohl im Internet als auch im Homeshopping-Fernsehen immer wieder auftaucht.

Shattuckit-Chrysokoll-Quarz, Kongo

Shattuckit-Chrysokoll-Quarz, Kongo

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Aus der Kupferlagerstätte Tantara im Kongo, die früher schon sehr schöne Mischungen von Plancheit und Shattuckit mit Dioptas und weißem Calcit lieferte, kommt auch ein Gestein, das aus Shattuckit, Quarz, Chrysokoll, Azurit, Malachit, Bornit und weiteren Kupfererzen besteht und verkürzt als "Shattuckit" vermarktet wird.

»Hilutit«, Sri Lanka

»Hilutit« (Zirkon-Granat-Quarzit), Sri Lanka

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Im Jahre 2004 kam ein rötliches Gestein auf den Markt, das unter dem Handelsnamen "Hilutit" (angeblich eine Verballhornung von "Hilft und tut gut") vermarktet wurde. Es stammt aus Sri Lanka, der genaue Fundort wurde jedoch geheim gehalten.

Sodalith-Syenit, Brasilien

Sodalith-Syenit, Brasilien

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Das als Dekorstein sehr beliebte, blau-weiß gesprenkelte Gestein wird seit 1965 in Brasilien abgebaut. Die in der Steinmetzbranche übliche Bezeichnung »Azul Bahia« weißt auf diese Herkunft hin.

Lavendeljade (Jadeit - Metagranitoid), Türkei

»Lavendeljade« (Jadeit - Metagranitoid), Türkei

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Das weltbekannte Vorkommen für dieses fliederfarbene Gestein liegt in der Türkei, etwa 90 km südlich von Bursa bei Harmancik. Dort ist ein ca. 400m dicker, jadeithaltiger Gesteinkörper zwischen Glimmerschiefern und Marmoren eingebettet. Er hat sich vor ca. 80 Mio. Jahren durch eine Hochdruckmetamorphose bei der Kollision von zwei Kontinentalplatten aus einem granitartigen Gestein (Granitoid) gebildet. Der daraus entstandene Metagranitoid besteht neben Quarz, Chloritoid, Lawsonit, Glaukophan und Phengit aus bis zu 50% Jadeit.

»Sonora Sunrise«, Mexiko

»Sonora Sunrise«, Mexiko

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Dieses farbenfrohe Gestein kommt aus der Milpillas Kupfermine, die westlich der Ortschaft Cananea in der Sonora Wüste Nord-Mexikos liegt. Die kleine Mine produziert nur wenig Material, weshalb die Steine seit ihrer Markt-Einführung im Jahre 2006 hohe Preise erzielen.

Piemontit-Quarzit

Piemontit-Quarzit Gestein, Norwegen

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

In der Gegend um Lom in Norwegen liegt das bekannteste Vorkommen für die rosarote Zoisitvarietät Thulit. Aus der gleichen Gegend kommt auch ein rosarotes Gestein, welches im EPI Labor als Piemontit-Quarzit identifiziert wurde. Es sieht dem Thulit sehr ähnlich und kann mit diesem leicht verwechselt werden.

Fluorit-Opal-Jaspis (»Tiffany Stone«)

Fein verteilter Fluorit färbt diesen Fluorit-Opal-Jaspis (»Tiffany Stone«) violett

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Eine Vielzahl von kleinen Vorkommen im Südwesten Uthas (USA), die unter dem Namen "Spore Mountain Lavender Mines" einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangten, liefern dieses beige Gestein mit violetten Adern, welches in den USA als »Tiffany Stone« bekannt wurde. In Deutschland kam das Gestein unter dem nicht ganz stimmigen Namen "Fluorit-Opal" vor allem als Trommelsteine auf den Markt.

eisblumen magnesit

Abb. 1: »Pinolit« - Die Ähnlichkeit mit Pinienkernen gab diesem Magnesit Gestein seinen Namen.

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Die Lagerstätte Sunk/Hohentauern in Steiermark (Österreich) ist weltweit bekannt für einen gesteinsbildenden Magnesit, mit typisch grobkristallinen Wachstumsgefüge ("Eisblumentextur"). Wegen dieser besonderen Textur, bei der große, helle Magnesitkristalle - die in ihrer Form Pinienkernen oder Eisblumen ähneln - in einer grauen, an anorganischem Pigment reichen, feinkörnigen Matrix eingebettet sind, wurde das Gestein als »Pinolit« (Pignolen = Pinienkerne) oder »Eisblumenmagnesit« benannt.

Tsesit, Namibia

»Tsesit« (Goethit-Konkretion), Namibia

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Namensgebend für diese knolligen bis rundlich flachen Steine ist die Ortschaft Tses in der Nähe des Fundorts, 180 km südlich der Hauptstadt Windhuk in Namibia. Tsesit® besitzt eine harte und glänzende Oberfläche, die als "Wüstenlack" bezeichnet wird. Wüstenlack ist ein dunkler, lack- bis firnisartiger Überzug aus Eisen- und Manganoxiden, der alle Arten von Gesteine überzieht, die den extremen Hitze- und Feuchtigkeitsbedingen von Wüstengebieten ausgesetzt sind.

»Llanit Rhyolith«, Madagaskar

»Llanit Rhyolith«, Madagaskar

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

_____________________

Ein rhyolithisches Gestein, das als »Llanit«, »Llianit« oder »Llanoith«, »Que Sera Stein« oder einfach als "Porphyrit" und "Vulkanit" vermarktet wird, zeigt runde bis ovale Quarze, die in bläulichen Farbtönen schimmern. Der Überbegriff "Vulkanit" sagt zwar ganz richtig etwas über die Entstehungsweise aus ("vulkanischen Ursprungs"), aber nichts darüber, um was für ein Gestein es sich handelt (Vulkanite gibt es viele). Desweiteren kursiert noch die Bezeichnung "Porphyrit" - ein veralteter Begriff für Rhyolith. Die Name »Llanit« wurde nach einem seiner Fundorte im Llano County, Texas, USA vergeben. Alle anderen Namen sind frei erfundene Handelsnamen. Als Fundorte sind Brasilien, Madagaskar und die USA bekannt.