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Gem-Rhodonit

»Gem-Rhodonit«, Brasilien

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Seit ca. 2005 werden große leuchtend rote und z.T. transparente Mineralstücke mit der Herkunftsangabe Morro da Mina, Consilhero Lafaiete, Brasilien, unter dem Namen "Pyroxmangit" angeboten. Die Ähnlichkeit zu Rhodonit ist so bemerkenswert, dass einer der Importeure das Material im EPI-Labor gemmologisch-mineralogisch überprüfen ließ. Da Rhodonit und Pyroxmangit von Ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften sehr ähnlich sind, mussten verschiedene Röntgen-Analysen (RDA, RFA) durchgeführt werden, um die Identität zweifelsfrei zu klären.

Rhodonit

Rhodonit ist ein triklines Mangansilikat mit der chem Zusammensetzung (Mn,Mg,Ca)SiO3. Seine Härte liegt zwischen H 5½ und 6½, seine Dichte zwischen 3,5 und 3,7. Er ist durchsichtig bis durchscheinend, graugelb, dunkelrot bis fleischrot und zeigt oft schwarze dendritischen Strukturen aus Manganoxid.

Pyroxmangit

Pyroxmangit (Veraltete Bezeichnung "Eisen-Rhodonit") ist ein triklines Mangansilikat mit der Formel (Mn,Fe)SiO3.

Er hat die gleiche Härte wie Rhodonit (5½ - 6), aber eine geringfügig höhere Dichte von rund 3,8, ist durchsichtig bis durchscheinend, blass bis leuchtend rosa, leicht purpurstichig, rot und braun.

Bustamit

Auch Bustamit ist ein triklines Mangansilikat mit der chem Zusammensetzung (Mn,Ca)SiO3. Es ist mit Wollastonit (CaSiO3) verwandt, weshalb er auch Mangan-Wollastonit genannt wird. Seine Härte liegt bei H 5½ - 6, seine Dichte bei 3,3 bis 3,4

Er entwickelt tafelige oder nadelförmige Kristalle, aber auch massige Aggregate in den Farben rosa bis rotbraun. Häufige Begleitminerale sind Rhodonit Tephroit, Granat und Braunit.

Alle drei Minerale unterscheiden sich also nur geringfügig in ihren physikalischen Daten, ihre chemische Zusammensetzung ist sehr ähnlich und sie gehören alle zur Mineralklasse der Ketten- und Bandsilikate. Der Unterschied liegt in ihrem räumlichen Aufbau. Pyroxmangit kristallisiert in Siebenerketten, Rhodonit in Fünferketten und Bustamit in Dreierketten.

 

Unterscheidungskriterien

Unter langwelligem UV-Licht zeigen manche Bustamite eine rosa- bis magentarote Fluoreszenz. Die Dichte aller 3 Minerale liegt dicht beieinander. Sie ist bei Bustamit am geringsten, gefolgt von Rhodonit. Pyroxmangit hat die höchste Dichte. Eine einwandfreie Unterscheidung ist mit Röntgenanalysen oder Raman-Laseranalysen möglich.

 

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»Goldgelber Pyroxenit« (Ferro-Enstatit, Varietät Bronzit)

»Golden Pyroxenit« (Bronzit)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

In der modernen Mineralogie wird "Bronzit" nicht mehr als eigenständiges Mineral betrachtet, sondern als eisenhaltige Varietät des Minerals Enstatit (sog. "Ferro-Enstatit", abgekürzt: "Fe-Enstatit", (Mg,Fe)2[Si2O6],). Fe-Enstatit der Varietät Bronzit besitzt 5 - 15% Eisen (im Verhältnis zum Magnesium) und gehört zur Mineralgruppe der Pyroxene. Das sind Kettensilikate mit dem gemeinsamen Bestandteil [Si2O6].

Fe-Enstatit ist in den allermeisten Fällen ein recht unscheinbares Mineral. In seinen erdigen, bräunlichen bis fast schwarzen Farben ist es weder selten noch wertvoll. Erst wenn es in Form goldglänzender Leisten auftritt, erweckt es das Interesse vom Mineralienhändler/innen und -sammler/innen.

Der als Trommelstein im Handel erhältliche goldgelb glänzende "Bronzit" besteht nicht vollständig aus dem einzelnen Mineral Fe-Enstatit, sondern aus einer Mischung mit anderen Mineralen. Er ist ein Gestein, bei dem Fe-Enstatit den Hauptbestandteil ausmacht. Als Begleitminerale kommen in der Regel schwarzer Magnetit und farbloser Quarz vor. Aus diesem Grund ist die Härte dieses Gesteins unregelmäßig und liegt zwischen 5 bis 6 (Bronzit) und 7 (Quarz). Die Dichte des Gesteins beträgt ca. 3,2 - 3,4.

Gesteine, die fast vollständig aus einem einzigen Mineral bestehen, werden in der Regel nach diesem Mineral benannt oder nach der Mineralgruppe der sie zugehören. Da Fe-Enstatit zur Mineralgruppe der Pyroxene gehört, wird dieses Gestein mineralogisch als "Pyroxenit" bezeichnet. Wegen seiner goldgelben Farbe wird es im englischsprachigen Raum auch als »Golden Pyroxenite« (dt. »Goldgelber Pyroxenit«) bezeichnet

»Goldgelber Amphibolit«

»Golden Amphibolite«, Australien

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Das grobkörnige Gestein mit goldgelbem Flächenglanz, ist unter der engl. Bezeichnung »Golden Amphibolite« im Handel. Es kommt an mehreren Stellen der Erde vor, die kommerziell verwendeten Exemplare stammen meist aus Wyoming (USA) oder aus Westaustralien.

Ähnlich wie das kommerziell erhältliche Bronzit-Gestein ist auch »Golden Amphibolite« kein einzelnes Mineral, sondern ein Gestein, in dem die einzelnen Mineralkomponenten inhomogen verteilt sind. Deshalb kann es bei der Bestimmung der Härte oder Dichte zu gewissen Unterschieden kommen. Die Härte liegt bei ca. 5 bis 6, die Dichte bei ca. 2,8 - 3,0.

Optisch unterscheidet sich »Golden Amphibolite« erheblich von normalen Amphibolit-Gestein. Letzteres zeigt in der Regel ein schwarz-weiß gesprenkeltes fein-, mittel- bis grobkörniges Gefüge, welches häufig auch Bänderungen zeigt. Das Gestein besteht generell aus Plagioklas-Feldspat (in meist weißer bis hellgrauer Farbe) sowie einem Amphibol-Mineral (oft Hornblende), das üblicherweise schwarz erscheint, aber auch braun bis dunkelgrün sein kann.

Farbursache

Im »Golden Amphibolite« ist das Amphibolmineral Anthophyllit teilweise bis vollständig zu einer Mischung aus Goethit und opalhaltigem Quarz zerfallen. Dieser durch mikroskopische, röntgenologische und chemische Untersuchungen belegte Befund (Dietrich et al., 1988) ist makroskopisch nicht erkennbar. Es ist wahrscheinlich, dass auch »Golden Amphibolite« aus anderen Teilen der Welt ihre Farben durch eine teilweise Umwandlung erhalten, wobei Eisenoxide (Goethit) in dünnen Plättchen und Lagen zu dem auffälligen irisierenden Goldschimmer führen.

Entstehung
»Golden Amphibolite« entsteht durch die metamorphe Umwandlung von magmatischem Gabbro oder vulkanischem Basalt (Ortho-Amphibolit), bei Temperaturen von 500° - 700° C und einem Druck von 5 - 10 kbar  (das entspricht einer Tiefe von etwa 15 bis 30 km). Solche Bedingungen treten in der Regionalmetamorphose von Gebirgsbildungsprozessen auf.

Unterscheidung des Bronzit- und Amphibolit-Gesteins

Die graue Einschlüsse von Magnetit im »Golden Pyroxenit« (Bronzit) sind für die Diagnose wichtig.

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Beide Gesteine sehen sehr ähnlich aus, wobei der »Golden Amphibolite« eher langgestreckte goldgelbe Leisten zeigt und der »Golden Pyroxenite« eher kurzprismatische Blättchen. Diese optische Unterscheidung wird deulich, wenn Exemplare beider Gesteine nebeneinander liegen.

Eine weitaus bessere Möglichkeit der Unterscheidung bietet die unterschiedliche Mineralzusammensetzung. Das bronzithaltige Gestein beherbergt kleine Mineralkörner aus Magnetit, die auch mit bloßem Auge sichtbar sind. Durch die Einlagerung von Magnetit ist »Golden Pyroxenite« magnetisch. »Golden Amphibolite« hingegen ist unmagnetisch. Eine einfache Überprüfung, ob das Gestein magnetisch ist hilft, diese beiden Gesteine zuverlässig zu unterscheiden.

Lit.: Appel et al,1987, A new gem material from Greenland: Iridescent  orthoamphibole.  Gems & Gemology, Vol. 23, No. 1, pp.36-42
       Dietrich et al, 1988, A Gem-Quality Iridescent Orthoamphibole From Wyoming. Gems & Gemology, Vol. 24, No.3, pp. 161-164

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Calcit & Aragonit als Hemimorphit - 4.6 out of 5 based on 99 votes

 

Hemimorphit-Imitationen, oft mit Herkunftsangabe China, sind stark im Handel vertreten. Sie werden in den Farben blau oder blaugrün sowohl als Rohsteine als auch als Trommelsteine und Kettenstränge angeboten. Mit ein paar einfachen Tests, lassen sich echter Hemimorphit und seine Imitationen jedoch relativ leicht identifizieen.

Hemimorphit:

Echter Hemimorphit ist ein recht seltenes Mineral, das in der Oxidationszone sulfidischer Blei-Zink-Lagerstätten entsteht. Anhand seiner physikalischen und chemischen Eigenschaften lässt sich Hemimorphit gut von seinen Imitationen unterscheiden.

Abb.1: natürlicher Hemimorphit kommt meist in krustigen Aggregaten vor

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

chem. Zusammensetzung:
Hemimorphit ist ein wasserhaltiges basisches Zinksilikat mit der Formel Zn4[(OH)2/Si2O7] · H2O. Im Unterschied zu seinen häufigsten Imitationen aus der Calcit-Gruppe, reagiert er nicht mit Säuren. Beim betupfen mit 10%iger Salzsäure treten keine Gasbläschen auf.

Erscheinungsbild:
Typisch sind derbe, körnige, krustige, nierige, faserige und radialstrahlige Aggregate. Selten sind Kristalle, die an einem Ende andere Flächen besitzen als am anderen Ende (sog. »Hemimorphie«).

Farbe(n):
Üblicherweise kommt Hemimorphit in weißen oder bräunlichen Farbtönen vor, selten auch in kräftigem Hellblau oder Rosarot.

Dichte: 3,30 - 3,50

Mohs-Härte: 5

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»Black Galaxy« (Bronzit-Gabbro) und Nuumit - 5.0 out of 5 based on 79 votes

 

Viele Gesteine, die bisher nur in der Steinmetzbranche bekannt waren, kommen nun auch in geschliffener oder getrommelter Form in den Mineralienhandel. Diese Entwicklung ist zweifelsohne eine Bereicherung für die Liebhaber schöner Gesteine. Leider sind diese Dekor-Gesteine nur selten mit einer mineralogisch/petrografisch korrekten Bezeichnung versehen. Das ist auch bei einem dunklen, fast schwarzen Gestein mit kupferfarbenen Einsprenglingen der Fall, welches im Mineralienhandel häufig fälschlicherweise unter dem Namen »Nuumit« angeboten wird.

 

Black Galaxy (Bronzit-Gabbro)

Bronzit-Gabbro, Indien

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Das dunkle, fast schwarze Gestein wird seit 1988 in der Nähe des Dorfes Chimakurthy (bei Ongole) im Bundesstaat Andhra Pradesh in Indien abgebaut. In 44 Steinbrüchen, die über eine Fläche von über 160 ha verteilt sind, werden jeden Monat rund 20.000 bis 25.000 Kubikmeter des Dekor-Gesteins gewonnen. Vermarktet wird es unter der Bezeichnung "Black Galaxy" oder "Star Galaxy". Unter diesen Namen ist es in der Steinmetzbranche als Dekorgestein bekannt, welches sich gut zu Küchenfliesen und Arbeitsplatten verarbeiten lässt.

Mineralogisch handelt es sich um einen Gabbro, einem quarzarmen magmatischen Gestein, das im Wesentlichen aus Plagioklas-Feldspat (Labradorit) und Pyroxenmineralen besteht. Die fast schwarze Eigenfarbe wird durch die Einlagerung von dunklen Erzmineralen (vor allem Magnetit) hervorgerufen. Zwischen den Labradorit Kristallen sind rundliche Einsprenglinge des Pyroxenminerals Bronzit verteilt. Je nach Blickrichtung leuchten diese Bronzit-Einschlüsse golden oder kupferfarben auf und erzeugen ein interessanten optischen Effekt.

Aufgrund der spezifischen Mineralzusammensetzung trägt das Gestein die Bezeichnung »Bronzit-Gabbro«.

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»Nebulastone« und »Kambaba-Stein« - 4.9 out of 5 based on 99 votes

 

»Nebulastone« (links) und »Kambaba-Stein« (rechts)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

In Deutschland werden zwei ähnliche, aber doch unterschiedliche Gesteine unter der gemeinsamen Bezeichnung »Eldarit« angeboten.  Die erste Variante kommt aus Mexiko und besteht aus einem (fast) schwarzen Gestein mit grünen Punkten und Kreisen (A). Manche Menschen fühlten sich bei der Betrachtung des Gesteins wohl an Galaxien und Sternnebel erinnert, weshalb sie ihm den Namen »Nebula-Stone« (engl.) oder »Nebulastein« (dt.) gaben.

Die zweite Variante (B) stammt aus Madagaskar und hat bezüglich seines Erscheinungsbildes in der Regel wesentlich mehr Grünanteile. Die Namensgebung für dieses Gestein ist nicht ganz einheitlich. In Amerika ist es unter dem Namen "Kambaba-Jasper" bekannt, in Deutschland wird er eher unter dem Namen "Kabambastein" gehandelt. Lange Zeit wurden die Bezeichnungen »Nebulastein«, »Kambabastein« und »Eldarit« als gleichberechtigte Synonyme benutzt.

Im Jahre 2005 verkündete der amerikanische Lieferant des mexikanischen »Nebulasteins« jedoch in etlichen eMail-Rundschreiben an deutsche und internationale Anbieter: "Nebulastone is not Kambaba!" [dt: Nebulastein ist nicht Kambaba]. In diesen Mailings wurde erklärt, dass Nebulastone ein vulkanisches Gestein sei, wohingegen Kambaba (Kabamba) ein Sedimentgestein sei, genauer gesagt eine fossile Stromatolithen Alge, was im deutschen Sprachgebrauch gleichbedeutend ist mit "Stromatolithen-Jaspis".

Da gleichzeitig unmissverständlich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass der Begriff »Nebulastone« rechtlich geschützt sei und nur für das mexikanische Material verwendet werden dürfe, wurde das EPI-Labor beauftragt das »Kambaba«-Gestein genauer zu untersuchen.

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