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»Malachite Jade« oder »Afrikanische Jade« - 5.0 out of 5 based on 74 votes

 

Diopsid-Quarzit

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Dieses grüne Gestein ist sowohl unter dem Namen »Malachite Jade« als auch als als »Afrikanische Jade« im Handel.

Gemmologische Untersuchungen des EPI-Labors ergaben, dass sich die physikalischen Eigenschaften deutlich von denen der anerkannten Jademinerale Jadeit und Nephrit unterschieden. Unter dem Mikroskop war ein körniges Gestein erkennbar, zusammengesetzt aus dunkel- und hellgrünen, sowie farblosen Mineralen. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass es sich vielleicht um ein Gestein handelt, das Jademinerale in untergeordneten Mengenanteilen enthält, wurde der Mineralbestand mittels Raman-Laseranalysen, Röntgen- und Dünnschliffanalyse genauer bestimmt.

Das dominierende Mineral ist farbloser Quarz, der den Hauptbestandteil des Gesteins bildet. Es ließen sich zwei Minerale identifizieren, die für die grüne Farbe verantwortlich sind: hellgrüner Diopsid und ein dunkelgrünes Mineral aus der Amphibol-Gruppe. Die schwarze Bänderung wird durch einen hohen Erzanteil aus Pyrit und Goethit hervorgerufen. Letzterer hat sich wahrscheinlich durch die Umwandlung aus Hämatit bzw. Magnetit gebildet.

Fazit:

Das Gestein hat also nichts mit den bekannten Jademineralen Jadeit und Nephrit zu tun, sonden ist ein grüner Schmuckstein aus der Quarzit-Gruppe. Die korrekte Bezeichnung lautet: Diopsid-Quarzit.

Detaillierte Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Archiv.

 

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»Afrikanischer Türkis« - 5.0 out of 5 based on 111 votes

 

Chrysokoll-Diorit (Rohstein / Anschnitt)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Ein fein verteiltes, pulveriges Mineral sorgt in diesem Gestein für eine blaugrüne Farbe. Da das Gestein bei mehreren Händlern als "afrikanischer Türkis" angeboten wurde, wir aber unsere Zweifel hatten, wurden der tatsächliche Mineralbestand und die Gesteinsart bestimmt.

Analytische Untersuchungen

Anhand von röntgendiffraktometrischen Untersuchung konnten die Bestandteile Chlorit, Kaolinit, Muskovit (Illit), Quarz, Anorthit bzw. Albit und eventuell Epidot und ein Amphibol identifiziert werden. Diese Mineralzusammensetzung ist typisch für ein zersetztes granitisches Gestein, gibt aber noch keinen Aufschluss über die Identität des farbgebenden blaugrünen Minerals.

Eine Dünnschliffanalyse zeigte etliche Hinweise, dass es sich um ein zersetzten Quarz-Diorit handelt, in dem es vor allem entlang von Rissen und Spalten zur Bildung von Chrysokoll kam.

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Andara Crystal - 5.0 out of 5 based on 11 votes

 

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Im englischen Sprachgebrauch wird der Begriff "Crystal" sowohl für natürliche Kristalle als auch für künstliches Kristallglas verwendet. Diese unangemessene Situation existierte im 19. Jahrhundert auch im deutschen Sprachraum, als der Begriff "Kristall" für Bleiglasprodukte mit hohem Glanz (z.B. Kronleuchter oder Trinkgefäße) verwendet wurde. Glücklicherweise ist der Begriff inzwischen ungebräuchlich geworden und veraltet. Heute spricht man im Deutschen ausnahmslos von »Kristallglas«. Nicht so im Englischen.

Am ausführlichsten zelebriert diese irreführende Verwendung des Begriffs "Crystal" die Fa. Swarowski, die aus Marketing-Gründen den Begriff GLAS stets zu vermeiden versucht und lieber von »Swarowski Crystal« oder im deutschsprachigen Raum von »Swarowski Kristall« spricht. Gerade bei Schmuckstücken besteht jedoch ein erhebliches Verwechslungsrisiko mit natürlichen Produkten (Edelsteinen), weshalb diese Begriffe zu vermeiden sind.

Im Falle von »Andara Crystal« wird dieses Risiko nochmals potenziert, indem Rohstücke und Trommelsteine angeboten werden, die als "von natürlichen Fundorten" stammend beschrieben werden. Im Internet kursieren auch Fotos von metergroßen Rohstücken, die ein natürliches Vorkommen suggerieren sollen.

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Alexandrit: die häufigsten Imitationen und Verwechslungsmöglichkeiten - 4.7 out of 5 based on 95 votes

 

Alexandrit (Varietät von Chrysoberyll)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Alexandrit, eine Farbvarietät des Minerals Chysoberyll, wurde erstmals 1830 am Flüßchen Takowaya im südlichen Ural in Russland entdeckt. Fortan kamen die farbintensivsten Qualitäten dieses Edelsteins über 150 Jahre lang von dieser Fundstelle. Erst 1987 wurden neue, große Vorkommen in Hematita (Brasilien) entdeckt, die heute über 80% des Weltmarktes mit feinen Alexandriten versorgen. Wirtschaftlich weniger bedeutende Vorkommen liegen in Sri Lanka, Myanmar (Burma), Tasmanien und Simbabwe.

Die besondere Eigenschaft von Alexandrit ist seine Fähigkeit, die Farbe bei Kunstlicht zu ändern. Im Tageslicht erscheint er immer in grünen, bläulich grünen oder graugrünen Farben. Unter Kunstlicht mit starkem Gelbanteil (z.B. Kerzenlicht) nimmt er eine blutrote bis rotviolette Färbung an. Verantwortlich für dieses Phänomen ist das Element Chrom, das neben Eisen und Titan als Spurenelement enthalten ist.

Feiner Alexandrit, vor allem in den Größen von mehr als einem Karat, gehört zu den wertvollsten Edelsteinen überhaupt. Sein Wert hängt in erster Linie von der Tiefe des Farbwechsels ab. Ein wirklich feiner Alexandrit sollte bei Tageslicht ein lebhaftes Grün zeigen und im Kunstlicht zu Purpurrot bis Purpur-Violett ohne störendes Braun wechseln. Dieser »Changieren« genannte Farbwechsel tritt jedoch nicht nur bei Alexandrit auf, sondern auch bei anderen Edelsteinen.

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Bedampfte Schmucksteine - 5.0 out of 5 based on 118 votes

 

Sie tragen verheißungsvoll klingende Fantasienamen wie "Angel Aura", "Aqua Aura" oder "Tanzan Aura Quarz": künstlich mit metallischen Überzügen bedampfte Schmucksteine verbreiten sich sowohl in Form von geschliffenem Schmuck als auch als behandelte Rohkristalle immer mehr im Handel.

Das Verfahren, mit dem die Kristalle bedampft werden, wird "Plasma-Sputtering" (engl.: to sputter = zerstäuben) genannt und funktioniert wie ein Brennofen, in dem ein 2000°C heißes Plasma erzeugt wird. Dabei verdampft an einer als Kathode fungierenden Elektrode ein Metall, das im Plasma in seine atomaren Bestandteile zerlegt wird und sich anschließend auf allen Gegenständen abscheidet, die sich als Anode in der Nähe befinden.

Ursprünglich wurde das Verfahren dazu entwickelt, beliebige Materialien mit neuen elektrischen und optischen Eigenschaften zu versehen. Aber bereits in den 1970er Jahren entdeckte man, dass die Methode hervorragend geeignet ist, um bei Quarz und Topas künstliche Farbvarietäten für den Schmuckmarkt zu erzeugen. In der Folge kamen einige bis dahin unbekannte Farbvarietäten auf den Markt (z.B. "Mystic Fire Topaz") und eine Menge bereits bekannter Varietäten nach Art von Citrin, Amethyst, Goldtopaz usw.

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