natürlicher Alexandrit (Varietät von Chrysoberyll)

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

 

Alexandrit, eine Farbvarietät des Minerals Chysoberyll, wurde erstmals 1830 am Flüßchen Takowaya im südlichen Ural in Russland entdeckt. Fortan kamen die farbintensivsten Qualitäten dieses Edelsteins über 150 Jahre lang von dieser Fundstelle. Erst 1987 wurden neue, große Vorkommen in Hematita (Brasilien) entdeckt, die heute über 80% des Weltmarktes mit feinen Alexandriten versorgen. Wirtschaftlich weniger bedeutende Vorkommen liegen in Sri Lanka, Myanmar (Burma), Tasmanien und Simbabwe.

Alexandrit (Varietät von Chrysoberyll)

Rutileinschlüsse in einem natürlichen Alexandrit reflektieren das Licht in bunten Farben

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Die besondere Eigenschaft von Alexandrit ist seine Fähigkeit, die Farbe bei Kunstlicht zu ändern. Im Tageslicht erscheint er immer in grünen, bläulich grünen oder graugrünen Farben. Unter Kunstlicht mit starkem Gelbanteil (z.B. Kerzenlicht) nimmt er eine blutrote bis rotviolette Färbung an. Verantwortlich für dieses Phänomen ist das Element Chrom, das neben Eisen und Titan als Spurenelement enthalten ist.

Feiner Alexandrit, vor allem in den Größen von mehr als einem Karat, gehört zu den wertvollsten Edelsteinen überhaupt. Sein Wert hängt in erster Linie von der Tiefe des Farbwechsels ab. Ein wirklich feiner Alexandrit sollte bei Tageslicht ein lebhaftes Grün zeigen und im Kunstlicht zu Purpurrot bis Purpur-Violett ohne störendes Braun wechseln. Dieser »Changieren« genannte Farbwechsel tritt jedoch nicht nur bei Alexandrit auf, sondern auch bei anderen Edelsteinen.

Imitationen

Gewisse synthetische Saphire, können von violett zu rotviolett changieren. Sie werden in facettiertem Zustand zu Schmuck wie Ringe oder Anhänger verarbeitet. Die Verbreitung dieser Fälschung ist sehr groß. Bei einer vom EPI-Labor 2019 durchgeführten Recherche zeigte sich, dass 90% aller bei Ebay angebotenen "Alexandrite" in Wahrheit aus diesem synthetischen Saphir bestanden. Die Unterscheidung ist eigentlich ganz einfach: Alexandrit ist im Tageslicht IMMER GRÜN und nicht violett, wie die synthetischen Saphire. Von dieser Regel gibt es keine Ausnahme. Wenn Ihnen ein Alexandrit angeboten wird, der im Tageslicht violett ist, dann ist es eine Fälschung.

Verwechslungsmöglichkeiten

Auch einige Granatarten, können changieren. Der häufigste und preisgünstigste Granat mit dieser Eigenschaft ist ein Mischkristall von Pyrop und Spessartin. Er zeigt einen Farbwechsel von grünlich-braun nach rosa-braun und wird meist in Form preisgünstiger, facettierter Kettenstränge angeboten.

Obwohl sich diese Steine in ihren physikalischen Merkmalen wie Farbe, Lichtbrechung und Dichte grundlegend von echtem Alexandrit unterscheiden, kursieren sie doch hartnäckig unter der irreführenden Bezeichnung "Alexandrit" im Handel.

Als Rarität sind farbwechselnde Granate aus Tansania im Handel, die genau wie ein Alexandrit ihre Farbe von grün im Tageslicht nach rot im Kunstlicht changieren. Die Unterscheidung ist mittels gemmologischer Untersuchungsmethoden jedoch problemlos möglich.

 

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Kommentare  
Welcher Stein
Hallo, hätte mal eine Frage, habe ein Anhänger mit einem Stein welcher bei Kunstlicht rot bis violett ist und bei Tageslicht flaschengrün, allerdings wird er im direkten Sonnenlicht wieder rötlich/violett. Ist es ein künstlicher Stein?
Welcher Stein
Der Farbwechsel würde auf natürlichen Alexandrit passen, ebenso wie auf künstlichen (synthetischen) Alexandrit, synthetischen Spinell, Kunstglas, natürlichen Granat usw.
Ohne fachgerechte Analyse mit gemmologischen Geräten, lässt sich hier keine Aussage treffen.
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hoffe, dass ich Ihnen eine Frage stellen darf.

Im Internet habe ich einen oval facettierten "Amethyst" erworben. Der Stein ist verhältnismäßig groß und zeigt im Tageslicht eine mittlere violette Farbe und einen recht starken Glanz, der eher untypisch ist für einen Amethyst.
Im Kunstlicht fiel mir auf, dass der Stein plötzlich ein recht intensives rot-violett hat. Wobei der rötliche Ton überwiegt.
Haben Sie eine Idee, was ich da vor mir habe? Glas, eine Synthese, ein anderer Edelstein?

Mir ist klar, dass Sie ungesehen keine Ferndiagnose stellen können. Aber vielleicht ist Ihnen aufgrund der Beschreibung eine Einordnung möglich.

Vielen Dank vorab.

Roland Kraus
Hallo Herr Kraus,
Sie haben Recht, dass wir keine Ferndiagnose stellen können. Dazu arbeiten wir zu lange in der Branche und wissen, wie leicht man sich irren kann. Zumindest einige grundlegende physikalische Eigenschaften, wie Lichtbrechung, Dichte oder Verhalten im polarisierten Licht wären hilfreich.