4.6052631578947 1 1 1 1 1 Rating 4.61 (76 Votes)
Diesen Artikel teilen:
FaceBook  Twitter
»Llanit« Rhyolith (»Que Sera Stein«) - 4.6 out of 5 based on 76 votes

»Llanit« Rhyolith (»Que Sera Stein«)

»Llanit Rhyolith«, Madagaskar

»Llanit Rhyolith«, Madagaskar

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Ein rhyolithisches Gestein, das als »Llanit«, »Llianit« oder »Llanoith«, »Que Sera Stein« oder einfach als "Porphyrit" und "Vulkanit" vermarktet wird, zeigt runde bis ovale Quarze, die in bläulichen Farbtönen schimmern. Der Überbegriff "Vulkanit" sagt zwar ganz richtig etwas über die Entstehungsweise aus ("vulkanischen Ursprungs"), aber nichts darüber, um was für ein Gestein es sich handelt (Vulkanite gibt es viele). Desweiteren kursiert noch die Bezeichnung "Porphyrit" - ein veralteter Begriff für Rhyolith. Die Name »Llanit« wurde nach einem seiner Fundorte im Llano County, Texas, USA vergeben. Alle anderen Namen sind frei erfundene Handelsnamen. Als Fundorte sind Brasilien, Madagaskar und die USA bekannt.

Der im EPI-Labor untersuchte Rhyolith, stammt angeblich aus Madagaskar. Es handelt sich um einen schwach metamorph überprägten (Alkalifeldspat-) Rhyolith mit großen Einsprenglings-Kristallen. Bis zu 10 mm große Kalifeldspatkristalle und bis zu 5 mm große Quarz- und Plagioklaskristalle sind auch mit bloßem Auge gut erkennbar. Die Analyse mehrer Dünnschliffe enthüllte eine gut kristallisierte Grundmasse aus Quarz, sehr einschlussreichen Feldspäten und Glimmer, ohne Glasanteil.

Durch eine beginnende Metamorphose ist die ursprüngliche Grundmasse umkristallisiert und mit gröberen und orientiert eingelagerten Mineralen neu gebildet worden. Die größeren Feldspat- und Quarz-Einsprenglinge hingegen sind weitgehend erhalten geblieben. Dennoch hat der erhöhte Druck dazu geführt, dass der Quarz randlich korrodiert und plastisch deformiert wurde. Diese Deformation kann zu dem bläulichen Farbeindruck führen, der für die Quarze in diesem Gestein charakteristisch ist.

Literaturangaben zufolge wurden in den bläulichen Quarz-Einsprenglingen im »Llanit«-Rhyolith aus Texas fein verteilte Ilmenit Einschlüsse gefunden und für die blaue Farbe verantwortlich gemacht (Zolensky et al., 1988). In dem hier beschriebenen Rhyolith aus Madagaskar konnte jedoch kein Ilmenit nachgewiesen werden.

Lit.:
Iddings, J. P. (1904) Quartz-feldspar-porphyry (graphiphyro liparose-alaskose) from Llano, Texas. Journal of Geology, 12, p. 225-231.
Zolensky, M.E., Sylvester, P.J., and Paces, J.B. (1988) Origin and significance of blue coloration in quartz from Llano rhyolite (llanite), north-central Llano County, Texas. Am. Min. v. 73, p. 313-323.

 

Detaillierte Informationen zu diesem Gestein finden Sie in unserem Archiv.

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren