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»Eilat-Stein«

Eilat-Stein

»Eilat-Stein«, Israel

Foto: K. Sieber, www.makrogalerie.de

Immer wieder kommt es vor, dass ein Handelsname, der sich im Laufe der Geschichte als Qualitätsbegriff etabliert hat, auch dann beibehalten wird, wenn diese Qualitäten schon längst nicht mehr verfügbar sind. Nicht selten wird der Name dann einfach auf andere Steine oder Farbvarietäten übertragen, die entfernt ähnlich aussehen wie das Original. So auch bei dem sogenannten  »Eilat-Stein«, der sowohl im Internet als auch im Homeshopping-Fernsehen immer wieder auftaucht.

Das klassische Vorkommen dieses bunten Gesteins liegt 25 km nördlich der Stadt Eilat, am Südzipfel des Staates Israel. Im dortigen Timna-Tal, am Rande der Negev-Wüste, wurde schon vor über 5000 Jahren Kupfererz abgebaut. In der gleichen Gegend liegen auch die legendären Kupferminen des König Salomon, aus denen ein Großteil des im alten Ägypten verarbeiteten Türkis stammte.

»Eilat-Stein« setzt sich aus einer Vielzahl von Kupfermineralien zusammen, vor allem Carbonatmineralien (Malachit, Azurit), Phosphatmineralien (Pseudomalachit, Türkis) und Silikaten (Chrysokoll, Quarz). Je nachdem wie diese Bestandteile verteilt sind, dominieren blaue, blaugrüne oder auch grüne Farbtöne. Diese Kupfermineralisationen sind in einem rund 550 Millionen Jahren alten magmatischen Komplex von überwiegend granitischer Zusammensetzung entstanden. Die magmatische Aktivität erzeugte kupferhaltige Lösungen, aus denen Kupfermineralien auskristallisierten, die in der Oxidationszone zu komplexen Mineralvergesellschaftungen führten. 

Seit das Fundgebiet zum Nationalpark erklärt wurde, ist der originale »Eilat-Stein« so gut wie nicht mehr im Handel. Er wurde ersetzt durch nebengesteinsreiche Chrysokoll-Malachite aus Peru. Sie enthalten zwar auch die Carbonat- und Silikatmineralien des ursprünglichen »Eilat-Steins«, es fehlen ihnen jedoch die Phosphatmineralen. Das was in den peruanischen Steinen manchmal wie hellblauer Türkis aussieht ist Chrysokoll, was anhand seiner Fähigkeit im rohen, unbehandelten Zustand an der Zunge zu kleben, leicht überprüft werden kann.

Wer also einen echten »Eilat-Stein« erwerben möchte, sollte ein besonderes Augenmerk auf das vorhandensein von Phosphatmineralien legen, die ein gutes Echtheitsmerkmal darstellen.

 

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